Im Norden der Japanischen Alpen, in der Präfektur Nagano, mitten in einem Gebiet mit guten Skimöglichkeiten, liegt das Städtchen Yamanouchi. Dieses Dorf ist auch bekannt als Yudanaka-onsen, was etwas weiter auch in das malerische Shibu-onsen übergeht. Welche Bezeichnung dir also bei deiner Suche nach einem guten Ort für deine Rundreise begegnet, alle diese Plätze befinden sich in derselben Ecke.

Yudanaka befindet sich in einem Gebiet mit vielen aktiven Geysiren und ist daher auch bekannt für ihre vielen natürlichen heißen Quellen in allen Arten und Größen. Auch so ziemlich jedes Hotel hat eine oder mehrere Hotsprings, in denen es sich herrlich verweilen lässt. Aber die Hauptattraktionen des Dörfchens sind natürlich die Hotsprings mit den badenden Schneeaffen (Japanische Makaken).
Skigebiet Shiga Kogen
Im Winter ist das Skigebiet Shiga Kogen mit einer guten Schneeschicht versehen, was natürlich kein überflüssiger Luxus für eine Region ist, die für ihre guten Skipisten bekannt ist. Neben den Japanern selbst kannst du hier mittlerweile eine ordentliche Anzahl amerikanischer und australischer Skifans antreffen. Das bekannte Skigebiet Shiga Kogen befindet sich etwa zwanzig Minuten Fahrt vom Bahnhof Yudanaka entfernt. Es fahren sowohl Busse als auch Taxis in diese Richtung.
Dies ist zugleich das Gebiet, wo viele der Ski- und Snowboard-Disziplinen der Olympischen Winterspiele von 1998 stattgefunden haben. Es ist ein großes Skigebiet und laut Kennern, die sowohl in Europa als auch in Japan Ski gefahren sind, ist die Qualität des Schnees hier phänomenal. Das Gebiet wurde noch nicht von großen Touristenströmen aus dem Ausland entdeckt, also wenn du ein Purist bist und mal etwas anderes als die Berge in Österreich willst, dann ist Shiga Kogen wahrscheinlich eine gute Wahl.
Shiga Kogen steht in unseren Top-Skigebieten von Japan.
Jigokudani Monkey Park

Yudanaka ist zugleich eine prima Ausgangsbasis, um andere Schneeliebhaber kennenzulernen: die berühmten Japanischen Makaken, auch bekannt als Schneeaffen. Diese Tiere, die ihr Lebensgebiet in den steilen Bergwänden und Bäumen haben, sind hier dafür bekannt, genau wie die Touristen, die sie besuchen kommen, gerne das natürliche warme Wasser zu nutzen, das hier überall dank der vielen Geysire zu finden ist.
Ein großer Teil dieser Affen, die hier offiziell in der Wildnis leben, befindet sich in einem ausgedehnten kontrollierten Reservat namens Jigokudani. Dieses Reservat hat auch einen angelegten und kontrollierten Bereich, wo sich die Affenfamilien und die Touristen gegenseitig anstarren können. Nämlich den Jigokudani Monkey Park.
Sieh es als einen kleinen Zoo, aber dann ohne Zäune. Die Tiere leben tatsächlich in der Wildnis und können gehen und stehen, wo sie wollen, aber sind sehr neugierig auf die Scharen von Menschenaffen, die jeden Tag einen steilen und glatten Wanderweg über den bescheidenen Bergpass bezwingen wollen, um sie aus der Nähe zu betrachten. Von Yudanaka und Shibu-onsen aus hat so ziemlich jedes Hotel einen Shuttledienst zum Parkplatz in der Nähe des Jigokudani Parks.

Von dort ist der Rest nur zu Fuß erreichbar und es sind etwa eine knappe halbe Stunde bergaufwärts, bevor der Eingang des Parks erreicht wird. Besonders im Winter ist es ratsam, festes Schuhwerk anzuziehen, denn die Wege sind verschneit und können glatt werden. Unterwegs nach oben solltest du nicht verwundert sein, wenn du ab und zu schon einen Makaken zwischen oder in den Bäumen sitzen siehst. Du befindest dich schließlich in ihrem Territorium.
Einmal am Eingang des Parks angekommen, muss Eintritt bezahlt werden. Der für Touristen zugängliche Parkteil wird nämlich von Pflegern sauber gehalten und wichtiger, die Affen werden vor ihren menschlichen Gegenübern geschützt. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 500 Yen und für Kinder 250. Es ist strengstens verboten, die Tiere zu füttern oder zu streicheln, und es wird häufig davor gewarnt, dein Smartphone und andere Wertgegenstände gut im Auge zu behalten. Die Affen sind nämlich ziemlich neugierig.
In dem kleinen Tal ist es tatsächlich ein Kommen und Gehen von Affenfamilien, die den verschneiten Berghang hinauf und hinab schießen. Eine Anzahl sitzt ruhig um sich zu blicken, neugeborene Baby-Affen werden von ihren Müttern getragen und links und rechts findet ein kleiner territorialer Streit von Männchen mit Expansionsdrang statt. Die Affen posieren gerne für Fotos und bewegen sich frei durch alle Menschen hindurch. Es ist ein besonderes Schauspiel.
Affen im Wasser
Noch schöner wird es ein kleines Stück weiter den Bergpass hinein, wo sich eine natürliche heiße Quelle befindet. Nun ja, die erste ist einst natürlich entstanden, später wurde sie etwas größer gemacht und heutzutage wird sie gut gepflegt und links und rechts modifiziert, um ihr Fortbestehen zu bewahren. Diese halb-natürliche Onsen ist voller Affen, die hier alle zusammen schön die Wärme suchen.
Es ist ein besonderer Anblick, all diese entspannenden Affen mit ihren halb geschlossenen Augen, als ob niemand ihnen weiter etwas anhaben könnte. Ab und zu klettert einer heraus, um sich im Schnee etwas abzukühlen, Jungtiere planschen hinein, klettern sofort wieder heraus und machen dasselbe noch einmal. Wenn du wissen willst, wie ultimates Entspannen aussieht, dann kommt das unheimlich nahe.
Zugegeben, es ist ein künstlich angelegtes und gepflegtes Stückchen und du bist nicht der einzige Tourist im Park, aber zu wissen, dass die Affen aus freiem Willen hierher kommen, gibt dem Ganzen etwas ganz Besonderes. Am Ende des Nachmittags ziehen sich die Truppen wieder in die umliegenden Wälder zurück, um am nächsten Tag ihr eigenes dampfendes Spa wieder aufzusuchen. Jigokudani bedeutet auch frei übersetzt „Hell’s Valley“, nach den Dämpfen und dem Dampf der Hotsprings. Das ganze Gebiet hat dadurch auch etwas Mystisches.
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Sushi Onsen
Du kannst natürlich einfach wieder mit dem Bus zurück zur bewohnten Welt. Aber von Jigokudani aus ist es eine prima Wanderung zurück Richtung Yudanaka, die bezüglich der Aussichten sicher der Mühe wert ist. Alles zusammen sind es etwa anderthalb Stunden zu Fuß, aber durch die alten Gässchen von Shibu-onsen macht das Wandern Spaß.

Es geht bergab, also brauchst du es deswegen nicht zu lassen und unterwegs kommst du auch noch an einer netten Craft-Beer-Brauerei vorbei, wo du verschiedene eigene Biere kaufen kannst. Craft Beer aus der Region kann auch in einem netten kleinen traditionellen Sushi-Lokal bestellt werden, genannt Isamisushi, Yamanouchi-machi, etwas suchen, aber der Mühe wert. Nimm Platz an der kleinen Bar und lass den fröhlichen Koch seine Spezialitäten für dich zubereiten. Das Gebiet eignet sich neben diesem funktionalen Spaziergang weiter sehr gut für längere Bergwanderungen.
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Übernachten in Yudanaka
Eine zu empfehlende Unterkunft ist das Aburaya Tousen, ein etwas luxuriöseres Hotel im Ryokan-Stil mit traditionellen japanischen Zimmern. Die Onsen in diesem Hotel sind fantastisch und befinden sich alle auf dem Dach, mit als Höhepunkt einem vollständig im Freien gelegenen Liegbad mit fantastischer Aussicht auf die verschneiten Berge. Ein weiterer schöner Pluspunkt dieses Hotels ist die Dachterrassen-Bar, wo es auch im Winter gut auszuhalten ist wegen der durchsichtigen Iglus mit einer Variante des traditionellen japanischen Kotatsu, einem Tisch mit Fußheizung. Ein besonderes Stück Japan, mit als Höhepunkt eine Anzahl besonders entspannter Bewohner.
Reisen nach Yudanaka
Der Bahnhof, der von der großen Stadt Nagano aus leicht per Zug erreichbar ist, trägt den Namen Yudanaka. Von Nagano sind es etwa drei Viertelstunden mit einem besonderen Zug. Die Nase des Zuges ist vollständig transparent, sodass die Passagiere gut vor sich hinausblicken und die schöne Landschaft genießen können. Der Lokführer nimmt Position in einer Art Cockpit über diesen Aussichtsplätzen ein. Nagano selbst ist wiederum leicht mit dem Shinkansen erreichbar. Von Tokyo brauchst du beispielsweise nur anderthalb Stunden, um hierher zu kommen.
Einmal in Yudanaka angekommen, ist alles in Yudanaka-onsen prima zu Fuß erreichbar. Willst du weiter nach Shibu-onsen, ist ein Taxi ratsam, aber die stehen dann auch ordentlich vor dem Bahnhof und warten.
Häufig gestellte Fragen zu Yudanaka und den Schneeaffen:
Wie weit ist der Fußweg zum Jigokudani Monkey Park?
- Vom Parkplatz aus ist es etwa 30 Minuten bergaufwärts zu Fuß bis zum Parkeingang. Der Weg kann im Winter verschneit und rutschig sein, daher sind feste Winterschuhe empfehlenswert.
Kann man die Schneeaffen füttern?
- Nein, das Füttern und Berühren der Affen ist strengstens verboten. Die Tiere leben in freier Wildbahn und sollten nicht gestört werden. Halte auch deine Wertsachen fest, da die neugierigen Affen gerne nach Gegenständen greifen.
Dieser Artikel wurde von Sander Voerman geschrieben
Foto- und Videonachweis Sander Voerman

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.