Wie der Lonely Planet immer schöne Tipps angibt, die „Off the beaten track“ (abseits der bekannten Touristenattraktionen) sind, haben wir selbst auch ein paar für Tokio zusammengestellt. Diese sind jedoch alle wirklich abseits der ausgetretenen Pfade, weil sie meist nicht in den Reiseführern vorkommen oder ganz klein am Ende einer Seite erwähnt werden.
Unentdeckte Stadtviertel von Tokio
Überall, wo du in Tokio hinkommst, findest du Touristen. Zumindest denkst du das, weil die meisten Menschen nur den Reiseführern folgen oder ihren eigenen Plan mit Tipps aus dem Internet gemacht haben. Wir haben mit unserem Insider-Wissen über Tokio eine Anzahl schöner Viertel ausgesucht, die in unseren Augen etwas mehr Aufmerksamkeit verdienen. Tokio steckt noch voller Überraschungen auch ohne Reiseführer!
Downtown Yanaka
Nicht weit vom Ueno Park liegt Yanaka, ein altes Viertel, das schon viele Jahrhunderte menschliche Verwüstungen, Umbauten und verschiedene Erdbeben überstanden hat. Das Viertel liegt zentral in Tokio und hat noch die echte Shitamachi-Atmosphäre, mit anderen Worten „wie das Leben im zwanzigsten Jahrhundert aussah“.
Du findest hier vor allem kleine Läden und viele einheimische Menschen, sogar Kinder, die draußen spielen. Ein schönes, ruhiges Viertel, um das authentische Tokio zu erleben. Außerdem hat das Viertel auch einen der größten und ältesten Friedhöfe Tokios, nämlich Yanaka Cemetery. Trotz des düsteren Charakters eines Friedhofs ist es für Japaner ein sehr respektvoller und schöner Ort zum Besuchen (steht auch in unseren Top 10 Spots).
Du kommst am schnellsten über den Bahnhof Nippori hin, du kannst natürlich auch vom Ueno Park nach Yanaka laufen.
Vintage-Viertel Shimokitazawa
Shimokitazawa ist ein Bohème-Viertel in Tokio, bekannt für seine Vintage-Läden, Second-Hand-Kleidung, Boutiquen und Live-Musik. Es ist ein großartiger Ort zum Einkaufen und um die alternative Atmosphäre Tokios zu erkunden. Der Tengu-yama Berg in Shimokitazawa bietet eine wunderschöne Aussicht auf Tokio und ist ein großartiger Ort zum Wandern. Es ist eine schöne und weniger bekannte Aktivität in Tokio.
Kichijoji und Ghibli

Kichijoji ist ein schönes Viertel in Tokio mit einem tollen Park, Einkaufsstraßen und Restaurants. Es ist auch die Heimat des Ghibli Museums, das den Animationsfilmen von Studio Ghibli gewidmet ist. Besuche auch den Inokashira Park und die Harmonica Yokocho, eine Straße voller kleiner Restaurants.
Koenji
Koenji ist ein Viertel in Tokio, bekannt für seine alternative Atmosphäre und Vintage-Läden. Besuche den Koenji-Tempel, wandle durch die schmalen Gassen und besuche die vielen Second-Hand-Läden und Plattengeschäfte. Im August findet hier auch das Koenji Awa Odori-Festival statt, eines der größten Sommerfestivals in Tokio.
Todoroki Valley
Todoroki Valley ist eine versteckte Oase in Tokio mit einer wunderschönen natürlichen Umgebung. Hier findest du eine schöne Wanderung entlang eines Bächleins, umgeben von Bäumen und Pflanzen. Es ist ein großartiger Ort, um der Hektik der Stadt zu entfliehen. Hierher kommen Menschen im Frühling, um die Sakura zu betrachten.
Tateishi – das vergessene Viertel
Das Viertel Tateishi liegt zwischen den Flüssen Arakawa und Naka auf einer Art Landzunge. Dadurch ist es nicht sehr leicht zu erreichen und liegt Tateishi auch ein kleines bisschen außerhalb des Blickfelds vom Zentrum. Es ist ein ruhiges Viertel, wo sich vor allem japanische Senioren und ältere Menschen aufhalten. Hier musst du also für die schönsten Geschichten über das alte Tokio und für traditionelle Izakayas (eine Art Food-Bar) sein.
Willst du herrliches Sushi essen, dann kannst du zu Sakaezushi gehen, hier musst du dein Essen im Stehen essen, bekommst aber geniales Sushi serviert. Du reist am besten mit dem Zug zum Bahnhof Keisei-Tateishi und läufst von dort nach Tateishi hinein. (Achtung, nicht Bahnhof Tateishi).
Toshimaen im Winter
Toshimaen ist alles über Retro. Was das genau bedeutet? Das Viertel ist die Heimat einer Retro-Kirmes, die im Winter in eine Art Weihnachtskirmes verwandelt wird. Schlittschuhlaufen, Weihnachtsdekoration in den Bäumen, Holztore und andere schöne Ornamente sorgen für eine fantastische Atmosphäre im Viertel. Die Anreise zum Viertel ist einfach, nimm einfach die Seibu-Ikebukuro-Linie und steige bei Toshimaen aus, von dort sind es etwa zwei Minuten zu Fuß.
Jimbocho für deine erträglichste Dosis Lesestoff

Das Viertel Jimbocho zählt etwa 200 Second-Hand-Buchläden und mehrere große Warenhäuser voller Bücher. Das Viertel wird von einheimischen Japanern deshalb auch oft „Book Town“ genannt. Seit 1913 ist es ein Freihafen für Intellektualität und Bücherwürmer geworden und bis heute ist das so geblieben.
Bist du zufällig im Oktober da, dann gibt es einen gigantischen Buchmarkt, den du eigentlich nicht verpassen darfst. Du kannst dort japanische, koreanische, chinesische, englische und manchmal ein paar verirrte Bücher in anderen Sprachen finden. Du reist am besten zum Bahnhof Jimbocho und beginnst in der Straße Yasukuni-dori.
Die künstliche Insel Odaiba

Odaiba ist eine Insel in der Tokio Bay, bekannt für ihre futuristische Architektur, Einkaufszentren, Entertainment und Strände. Besuche das Oedo Onsen Monogatari, ein traditionelles japanisches Badehaus, und das TeamLab Borderless Digital Art Museum, ein einzigartiges und interaktives Kunsterlebnis. Dieses Museum steht ganz oben auf unserer Liste der Top-Museen in Tokio.
Katsushika
Katsushika ist ein Viertel in Tokio, bekannt für seine Blumen- und Gemüsegärten. Besuche den Higashiayase Park, den Mizumoto Park und den Katsushika Iris Garden, um die natürliche Schönheit Tokios zu genießen.
BONUS: Nakano Broadway
Nakano Broadway ist ein Einkaufszentrum mit vier Stockwerken, gefüllt mit kleinen Läden, die sich auf Anime, Manga, Videospiele und andere Geek-Sachen spezialisiert haben. Es ist ein großartiger Ort, um einzigartige Souvenirs zu kaufen und die Subkultur Japans zu erkunden.
FAQs zum Thema:
Wie erreicht man die versteckten Viertel Tokios am besten?
- Die meisten versteckten Viertel sind gut mit der JR Yamanote-Linie oder Privatbahnen erreichbar. Ein JR Pass oder eine Tokyo Metro-Tageskarte sind empfehlenswert. Viele dieser Viertel liegen nur 1-2 Stationen von bekannten Touristengebieten entfernt.
Welche versteckten Viertel eignen sich am besten für Fotografie?
- Yanaka bietet traditionelle Architektur und Friedhofsästhetik, Shimokitazawa hat bunte Vintage-Läden und Straßenkunst, während Todoroki Valley natürliche Landschaften inmitten der Stadt bietet. Alle drei sind Instagram-tauglich und weniger überfüllt.
Wann ist die beste Zeit, um diese Geheimtipps zu besuchen?
- Früh am Morgen (8-10 Uhr) oder spätnachmittags (16-18 Uhr) sind ideal, da dann weniger Touristen unterwegs sind. Toshimaen ist besonders im Winter magisch, während Todoroki Valley im Frühling zur Kirschblüte am schönsten ist.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.