Kagurazaka - Klein Kyoto mit französischem Flair entdecken

Kagurazaka

Tokyoter geben Kagurazaka liebevoll den Namen Klein Kyoto. In den Straßen beleuchten die sanften weißen Lichter der Restaurants die Kopfsteine unter den Papiertüren. Einst schlurften Geishas hier entlang der Schatten der Häuser. Mit etwas Fantasie hörst du das Klappern ihrer Holzsandalen. In Wirklichkeit sind die Geishas nach Shinjuku und Shibuya umgezogen und haben dort ihre Kimonos aus- und Miniröcke angezogen. Die schüchternen Gesellschaftsdamen kleiden sich nun wie kichernde Schulmädchen.

Tokyo verändert sich schnell. Kagurazaka besteht aus sechzig steilen Hügeln. Schnüre deine Wanderschuhe fest und entdecke das Viertel.

In Kagurazaka wohnen viele französische Expats. Frankreich färbt hier deutlich die Straßen. Tokyoter lieben diese französische Atmosphäre und steigen am Wochenende massenhaft in dieses Viertel hinab.

Goldene Tipps für Kagurazaka

Yayoi Kusama Museum

Kunstwerk der berühmten Künstlerin Yayoi Kusama – Yayoi Kusama Museum
Kunstwerk der Künstlerin Yayoi Kusama im Yayoi Kusama Museum

Die Kunstwerke von Yayoi Kusama sind weltberühmt. Als Künstlerin beeinflusste sie unter anderem Andy Warhol. Jedes Jahr organisiert das Museum zwei Ausstellungen, die das Werk von Kusama häppchenweise dem Publikum zeigen. Jeder kennt die Gemälde mit den großen roten Polka-Punkten, gelben Kürbissen und anderen farbenfrohen Fantasien der Künstlerin. Sie bleiben faszinierend. Yayoi Kusama selbst lebt seit Jahren in einer psychiatrischen Einrichtung, um der bösen Außenwelt zu entfliehen.

Um hineinzukommen, buchst du am besten lange im Voraus Online-Tickets. Jeder Besuch hat einen Zeitslot. Dringend nötig, weil jeder Besucher am liebsten so lange wie möglich in der Nähe von Kusamas Meisterwerken bleiben möchte.

  • Öffnungszeiten: 11 Uhr bis 17:30 Uhr (montags bis mittwochs geschlossen)
  • Tickets: yayoikusamamuseum.jp – 1100 Yen
  • Adresse: 107 Bentencho, Shinjuku City, Tokyo 162-0851, Japan

Akagi Schrein

Der Akagi Schrein auf der Spitze des Kagurazaka-Hügels ist der ideale Ausgangspunkt für einen Tag in diesem Stadtteil Tokios. Obwohl der Schrein frisch und jung aussieht, hat er eine reiche Geschichte, die 700 Jahre zurückreicht.

Einst wohnte hier Prinzessin Akagi. In ihrer Zeit fungierte der Schrein als Schauplatz für die politische Elite von Tokyo. Während der Meiji-Restauration richtete man hier eine Theaterschule ein. Nach einigen vergessenen Jahren wurde die Anlage 2010 vollständig von Kengo Kuma Associations renoviert.

Mittagessen kannst du im italienisch angehauchten Akagi Café. Am vierten Freitag und Samstag im Juli organisiert man hier das Awa Odori Festival, ein traditionelles Tanzfestival, bei dem verschiedene Gruppen tanzend ihren Weg durch die Straßen von Kagurazaka bahnen. An verschiedenen Orten in Tokyo kannst du Awa Odori beiwohnen, aber das von Kagurazaka ist zweifellos eines der allerschönsten.

  • Adresse: 1-10 Akagi Motomachi, Shinjuku City, Tokyo 162-0817, Japan

La Kagu

Dieses alte Lagerhaus wurde aufgefrischt von, du errätst es nie, Kengo Kuma Associations und bekam eine Berliner Note. Tokyo und Berlin haben in Sachen Raumordnung viel gemeinsam. La Kagu organisiert fesselnde Vorlesungen und die Bistro serviert jeden Monat ein anderes Bier vom Fass. Der Bekleidungsstore konzentriert sich auf skandinavische Mode. Einfach mal vorbeischauen, ein Bier trinken oder ein schnelles Mittagessen und wieder verschwinden.

  • Öffnungszeiten: 11 Uhr bis 20 Uhr
  • Adresse: 67 Yaraicho, Shinjuku City, Tokyo 162-0805, Japan

Waseda-dori

Die eine Seite der Straße heißt Waseda-dori, die andere Seite Kagurazaka-dori. Am Wochenende kommen Tokyoter massenhaft hierher, um die Vintage-Läden abzuklappern, ihre Kosmetikvorräte aufzufüllen und die passende Furoshiki (Verpackungsstoff) auszuwählen. Verschnaufen tun sie in einer Boulangerie. Der herrliche Duft frischer Croissants verbreitet sich schnell durch die Einkaufsstraße. Kagurazaka ist die perfekte Alternative zu den hunderten Shoppingcentern in Tokyo. Einkaufen bleibt immer noch der beliebteste Zeitvertreib der Tokyoter, bergauf, bergab. Zu bestimmten Zeiten wird diese Straße für den Verkehr gesperrt. Ein ganz anderes Tokyo und doch besonders authentisch.

Adresse: Japan, 〒162-0825 Tokyo, Shinjuku City, Kagurazaka, 5 Chome−36

Museum of Science

Dieses Museum enthält eine große Sammlung alter Rechenmaschinen und veralteter Computerkästen. Äußerst detailliert ausgearbeitet und sehr informativ. Maßgeschneidert für die Freaks.

  • Öffnungszeiten: 12 Uhr bis 16 Uhr (Mittwoch bis Freitag, Samstag ab 10 Uhr) – Sonntag bis Dienstag geschlossen
  • Kostenloser Eintritt
  • Adresse: Japan, 〒162-0825 Tokyo, Shinjuku City, Kagurazaka, 1丁目3

Kagurazaka Yokochos

Kyoto ist bekannt für seine kleinen Gassen, die stark die Atmosphäre des mittelalterlichen Japan heraufbeschwören. Wenn du diese Atmosphäre in Tokyo schnuppern willst, musst du nach Sonnenuntergang die Seitengassen der Waseda-dori einschlagen. Subtiles Licht scheint in die Yokochos und bevor du es merkst, landest du in einem alten Film von Akira Kurosawa. Es lohnt sich, lange genug zu wandeln, bis du schließlich das fotogenste Plätzchen gefunden hast. Gehe nach dem Duft von gebratenem Huhn und gebackenem Knoblauch. Riechst du die französische Küche, dann bist du richtig.

  • Adresse: 4 Chome-2 Kagurazaka, Shinjuku City, Tokyo 162-0825, Japan

Shoppen in Kagurazaka

Tansuya Kagurazakaten (Secondhand-Kimonos)

Lust auf deinen eigenen persönlichen Kimono? Dann schaue bei Tansuya Kagurazakaten vorbei, secondhand und bezahlbar. Der Duft des vorherigen Besitzers hängt vielleicht noch im Stoff. Genug Auswahl in der umfangreichen Kollektion, von farbenfrohen Yukata bis zu eleganten formellen Kimonos. Stöbere herum, probiere an und wähle. Nicht zu lange zögern. Du lebst schließlich nur einmal und ein originelleres Souvenir aus Tokyo gibt es nicht.

  • Öffnungszeiten: 10:30 Uhr bis 19 Uhr
  • Adresse: Japan, 〒162-0825 Tokyo, Shinjuku City, Kagurazaka, 2 Chome−12−20 神楽坂ビル 1F

Essen & Trinken in Kagurazaka

Kagurazaka Yukimoto (Japanisches Luxusrestaurant)

Eile zu Kagurazaka Yukimoto, einem Ryōtei oder traditionellen japanischen Restaurant, das Gäste seit 1948 mit einer einzigartigen kulinarischen und kulturellen Erfahrung verwöhnt. Lass dich von Geishas bedienen, probiere verfeinerte saisonale Gerichte, zubereitet von erfahrenen Köchen, und tauche ein in die Eleganz traditioneller Kunstformen. Ein Abend hier ist eine Reise durch die reiche japanische Kultur, wo jedes Detail eine Geschichte erzählt.

Ist es dein erstes Mal in einem Ryōtei? Dann lies diesen schnellen Leitfaden für deinen Besuch bei Yukimoto: https://www.ninjakotan-travel.com/post/etiquette-at-tokyo-ryotei-yukimoto-and-entertainment-with-geisha

  • Öffnungszeiten: 18 Uhr bis 23 Uhr (sonntags geschlossen)
  • Adresse: 4 Chome-7 Kagurazaka, Shinjuku City, Tokyo 162-0825

La Bretagne (Herzhafte Pfannkuchen)

Durch die Anwesenheit vieler französischer Expats in Kagurazaka färben sich die Straßen hier blau, weiß, rot. Viele Restaurants trumpfen mit Klassikern aus der französischen Küche auf und wie wir von Japanern gewohnt sind, ist es oft noch besser als das Original. La Bretagne serviert authentische bretonische, herzhafte Pfannkuchen mit dazu einem Glas frischen Bio-Cider. Du musst nicht einmal die Augen schließen, um dich an der atlantischen Opalküste zu wähnen.

  • Öffnungszeiten: 11:30 Uhr bis 22:30 Uhr (Wochenende ab 11 Uhr)
  • Adresse: 4 Chome-2 Kagurazaka, Shinjuku City, Tokyo 162-0825, Japan

Kagurazaka Saryō (Desserts)

Versteckt in den charmanten Straßen von Kagurazaka liegt Kagurazaka Saryō, ein gemütlicher Teesalon, wo du der Hektik von Tokyo entfliehen kannst. Dieses Café ist berühmt für seine verfeinerten Matcha-Spezialitäten und traditionellen japanischen Desserts. Hole den Fotografen in dir hervor und halte die cremigen Matcha-Parfaits von ihrer besten Seite fest. Mit einem ruhigen japanischen Garten und minimalistischem Interieur ist es der perfekte Ort für einen entspannenden Teemoment, ob du nun allein bist oder in guter Gesellschaft.

  • Öffnungszeiten: 11:30 Uhr bis 22 Uhr
  • Adresse: Japan, 〒162-0825 Tokyo, Shinjuku City, Kagurazaka, 3 Chome−1

Canal Café

Hast du die Kagurazaka-dori schon zehn Mal abgewandelt und willst eigentlich nur warten, bis es dunkel wird, um durch die Yokochos zu schlendern? Dann setze dich an einen Bistrotisch bei Canal Café, der ideale Spot für einen perfekten Sonnenuntergang über Tokyo. Das ist das einzige Café in der Stadt mit Außenterrasse am Wasser. Der Kanal ist nicht gerade als romantischer Höhenflug bekannt. Das Canal Café hingegen ist ein Ort, wo täglich ein Japaner nach dem anderen auf die Knie geht für einen Heiratsantrag.

  • Öffnungszeiten: 11:30 Uhr bis 22 Uhr (Sonntag bis 21:30 Uhr), jeweils 1. und 3. Montag geschlossen
  • Adresse: 1-chōme-1-9 Kagurazaka, Shinjuku City, Tokyo 162-0825, Japan

Häufig gestellte Fragen zu Kagurazaka

Warum wird Kagurazaka „Klein Kyoto“ genannt?

Kagurazaka erhielt diesen Spitznamen wegen seiner traditionellen Atmosphäre mit engen Yokocho-Gassen, sanfter Beleuchtung und der historischen Geisha-Kultur. Die Straßen mit ihren Kopfsteinen, traditionellen Restaurants und versteckten Teehäusern erinnern stark an die historischen Viertel von Kyoto. Obwohl die Geishas heute größtenteils verschwunden sind, bewahrt das Viertel noch immer diese nostalgische Stimmung des alten Japan.

Ist es wirklich so schwer, Tickets für das Yayoi Kusama Museum zu bekommen?

Ja, das Museum ist extrem beliebt und die Tickets sind oft wochenlang im Voraus ausverkauft. Pro Tag werden nur begrenzte Tickets verkauft, und jeder Besuch ist auf einen bestimmten Zeitslot beschränkt. Es empfiehlt sich, mindestens einen Monat im Voraus zu buchen. Die Beschränkung ist notwendig, da die Räume klein sind und Kusamas Infinity Rooms nur wenige Besucher gleichzeitig aufnehmen können.

Wie erkenne ich ein authentisches Ryōtei-Restaurant von einem Touristenlokal?

Echte Ryōtei wie Yukimoto sind oft schwer zu finden, haben keine auffälligen Schilder und verlangen normalerweise eine Einführung durch einen Stammgast. Sie sind sehr teuer (oft über 20.000 Yen pro Person) und bieten mehrgängige Kaiseki-Menüs mit Geisha-Unterhaltung. Touristenlokale haben meist englische Menüs und werben offen für ihre Dienste. Authentische Ryōtei sind kulturelle Erfahrungen, keine reinen Restaurants.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.

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