Shinagawa Tokyo: Verkehrsknotenpunkt mit Aquarium, Tempeln und Museen

Shinagawa

Shinagawa ist einer der 23 speziellen Stadtbezirke der Metropole Tokyo. Offiziell gesehen ist Shinagawa eine eigenständige Stadt mit eigener Verwaltung und Stadtrechten. In Shinagawa wohnen stolze 361.752 Menschen und der Stadtteil ist bekannt als sogenannter ‚Transport Hub‘: Bereits seit seiner Entstehung verbindet der Stadtteil Reisende mit anderen Teilen von Tokyo, auch heute noch.

Interessanterweise liegt der Shinagawa Bahnhof nicht direkt im Stadtteil selbst, sondern im angrenzenden Minato. Der Hafen von Tokio, einer der größten Häfen am Pazifischen Ozean, befindet sich in Shinagawa. Das lebendige Zentrum des Stadtteils hat deshalb auch viele Einrichtungen für Reisende wie verschiedene Museen, Tempel, Parks, Denkmäler und mehr.

Highlights und Sehenswürdigkeiten von Shinagawa

Der berühmte Gundam-Roboter, eine riesige Statue des beliebten Anime-Charakters, die zu einer Hauptattraktion für Fans und Touristen geworden ist

Genau wie fast alle anderen Stadtteile im wunderschönen Tokyo hat Shinagawa viel zu bieten und es gibt viel zu erleben. Das Gebiet ist schließlich auf Reisende und Touristen ausgerichtet! Keine Sorge, es ist nicht so, dass dieses Gebiet zu überfüllt oder zu touristisch ist. Es ist ab und zu tatsächlich etwas belebt, aber dieser Stadtteil verliert dadurch nicht seine Authentizität. Der Stadtteil hat mehrere einzigartige Sehenswürdigkeiten, die du einmal gesehen oder erlebt haben musst. Wir haben unten einige davon beleuchtet.

Buddhistische Tempel

Verteilt über den Stadtteil findest du einige bescheidene, gemütliche buddhistische Tempel. Die schönsten zum Besuchen sind der Honsen-ji Tempel, Tokai-ji Tempel, Horen-ji Tempel, Shinagawa Tempel und Toko-ji Tempel.

Diese kleinen Tempel ähneln sich alle ein bisschen. Sie sind kleinmaßstäblich, rot gefärbt und erinnern etwas an den bekannten Sensoji-Tempel im Stadtteil Asakusa. Jeder dieser kleinen Tempel wird beschrieben als ‚ein kleines Stück Himmel in einer geschäftigen Stadt‘ und sorgt für ruhige Entspannung. Schön, um mal der Hektik der Stadt zu entfliehen!

Das Hara Museum für Zeitgenössische Kunst

Das Hara Museum für Zeitgenössische Kunst im charakteristischen Bauhaus-Stil, umgeben von üppigem Grün

Das Hara Museum für Zeitgenössische Kunst ist eines der ältesten ‚modernen‘ Museen in ganz Japan. Das Museum befindet sich im Kita-Shinagawa Distrikt von Shinagawa und war während seines Baus in den 30er Jahren zunächst als Wohnhaus gedacht. Das Gebäude ist im bekannten ‚Bauhaus‘-Stil gebaut, einem Stil, der zwischen den Weltkriegen eine Zeit lang beliebt war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gebäude eine Zeit lang die Botschaft von Sri Lanka. 1979 wurde das Gebäude als Museum in Betrieb genommen. Seitdem stellt es Kunstwerke bekannter Künstler wie Karel Appel, Lee-U-Fan, Yves Klein und Alexander Calder aus. Mehr Informationen über die Ausstellungen findest du auf https://www.haramuseum.or.jp/en/arc/

Suzugamori Hinrichtungsstätte

Die historische Suzugamori-Hinrichtungsstätte, ein ruhiger Gedenkort mit traditioneller japanischer Architektur inmitten der modernen Stadt

Die Suzugamori Hinrichtungsstätte ist vielleicht ein etwas weniger fröhlicher Ort zum Besuchen, aber durchaus sehr interessant und Teil der Geschichte von Tokyo. Dieser Ort war einer von vielen Plätzen, wo während der Edo-Zeit (1603 bis 1867) Gefangene und Christen hingerichtet wurden. Es wird geschätzt, dass hier insgesamt mehr als 100.000 Menschen hingerichtet wurden. Heutzutage sind nur noch ein paar Pfähle und Schilder aus dieser Zeit intakt. Die Suzugamori Hinrichtungsstätte liegt nahe dem Aquarium und ist nur wenige Minuten zu Fuß von der Metro-Haltestelle Omoro-Kaigan entfernt.

Ohi Pferderennen und Flohmärkte (Tokyo City Keiba)

Die ‚Ohi Rennbahn‘, auch Tokyo City Keiba genannt, wurde 1950 für Pferderennen gebaut. Diese werden dort auch heute noch abgehalten. Was für viele Besucher jedoch viel interessanter ist, ist der wöchentliche Flohmarkt, der auf dem Gelände der Rennen stattfindet. Jedes Wochenende wird ein großer Flohmarkt organisiert, wo du unzählige Schnäppchen findest. Von Kleidung bis Wandteppichen und von exotischem Essen bis Spielzeug, auf diesem Flohmarkt findest du alles! Bedenke jedoch, dass es auf solch einem Markt sehr voll sein kann.

Die Tokyo City Keiba findest du neben der Oikeibajo-Mae Monorail-Station. Mehr Informationen findest du auf www.tokyocitykeiba.com.

Parks, Parks und noch mehr Parks

In solch einem zentralen Punkt in Tokyo würdest du nicht allzu viel Grün erwarten. Aber weit gefehlt. In Shinagawa findest du verschiedene Parks in allen Arten und Größen. Du kannst also immer mal kurz der Hektik dieser dynamischen Stadt entfliehen. Nimm zum Beispiel den Heiwa No Mori Park. Dieser Park ist nicht allzu groß, aber trotzdem groß genug, um dich kurz zurückzuziehen und der ganzen Hektik zu entfliehen. Neben diesem Park liegt übrigens ein öffentliches Schwimmbad, wo du ein Bad nehmen kannst.

Nach den Parks musst du nicht suchen: Wenn du eine Weile herumläufst, stößt du von selbst auf einen!

Shinagawa Aquarium

Das Shinagawa Aquarium ist, wie der Name schon verrät, ein großer Park vergleichbar mit unserem Dolfinarium. Im Park läufst du buchstäblich ‚durch‘ und ‚unter‘ dem Meer. Es gibt unzählige Arten von Fischen und Schalentieren. Auch große Meerestiere wie Seehunde, Delfine und sogar Haie haben sie hier alle. Das Shinagawa Aquarium ist sehr schön für einen Nachmittag. Der Park liegt acht Minuten zu Fuß von der Omori-Kaigan Station entfernt. Für mehr Informationen kannst du auf www.aquarium.gr.jp schauen. (Du brauchst aus Deutschland ein VPN, um diese Website zu besuchen).

Schlafen in Shinagawa

Weil der Stadtteil hauptsächlich auf Dienstleistungen für Reisende ausgerichtet ist, gibt es auch unzählige Übernachtungsmöglichkeiten. Nahe dem Bahnhof selbst stehen bereits dutzende Hotels in jeder Preisklasse. Du hast also mehr als genug Auswahl.

Wenn du etwas weniger Geld für deine Übernachtung ausgeben möchtest, wird empfohlen, ein Hostel oder ein Kapselhotel zu buchen. Unsere Empfehlungen sind The Prince Sakura Tower Tokyo (€€€), The Strings by InterContinental (€€), Grand Prince Hotel New Takanawa (€€) oder Keikyu Ex Inn Shinagawa (€).

Essen und Trinken in Shinagawa

Der Hafen von Shinagawa mit traditionellen Fischerbooten vor der modernen Skyline, der die Mischung aus Tradition und Moderne zeigt

In Shinagawa herrscht absolut kein Mangel an Orten zum Essen oder Trinken! Es gibt hier von allem etwas. So findest du in Shinagawa Station verschiedene günstige Essgelegenheiten in Form von Fast-Food-Restaurants. Willst du etwas mehr Kulinarisches? Es gibt mehrere Luxusrestaurants, die relativ günstig sind, aber sehr leckere japanische Mahlzeiten zubereiten. Auch im teuren Segment gibt es mehr als genug Auswahl.

Geschichte

Shinagawa kennt, genau wie viele andere Stadtteile von Tokyo, eine reiche, bewegte Geschichte. In der Edo-Zeit (1603 bis 1867) war Shinagawa die erste Ruhestätte oder Haltestelle für Reisende, Adlige und Händler, die von Edo (damals hieß Tokyo Edo) nach Kyoto reisten. Weil viele Reisende hier ausruhten oder Halt machten, entstand hier eine kleine Siedlung, die immer größer wurde. So entstand der Stadtteil. Ab dem Jahr 1871 fällt Shinagawa unter die Tokyo-Präfektur.

Genau wie einige andere Stadtteile in Tokyo ist Shinagawa, wie wir es heute kennen, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Man beschloss, neue Grenzen in Tokyo zu ziehen, mit der Folge, dass die beiden Stadtteile Shinagawa und Ebara unter dem Namen Shinagawa zusammengelegt wurden.

Der Stadtteil ist heute noch immer hauptsächlich auf Reisende ausgerichtet, diese Funktion hat Shinagawa also bereits seit seiner Entstehung. Nachbarstadteile sind Minato, Shinjuku, Setagaya, Kawasaki, Shibuya, Chiyoda und Ota.

Erreichbarkeit

Shinagawa ist vielleicht einer der am besten erreichbaren Orte von Tokyo. Das ist vor allem der Shinagawa Station zu verdanken. Der Bahnhof ist mit mehreren U-Bahn-Linien, Monorails und auch direkten Zügen von und zu den Flughäfen rund um Tokyo verbunden. Nach Shinagawa zu kommen ist also kein Problem. Willst du von Shinagawa zu einem anderen Ort in Japan, zum Beispiel Kyoto? Der bekannte Schnellzug, der ganz Japan durchkreuzt (der Shinkansen), hält auch an diesem Bahnhof. Bedenke jedoch, dass es günstiger ist, das Zugticket im Voraus zu bestellen.

Häufig gestellte Fragen zu Shinagawa

Ist Shinagawa Station wirklich so groß wie behauptet?

  • Ja, Shinagawa Station ist einer der verkehrsreichsten Bahnhöfe Japans mit über 15 verschiedenen Bahnlinien. Der Bahnhof verbindet lokale Züge, Shinkansen Hochgeschwindigkeitszüge und Flughafenverbindungen unter einem Dach.

Lohnt sich das Shinagawa Aquarium für Familien mit Kindern?

  • Absolut! Das Shinagawa Aquarium bietet interaktive Bereiche, Delfinshows und einen Unterwassertunnel. Kinder lieben besonders die Berührungsbecken mit Rochen und die täglichen Fütterungen der Meerestiere.

Wie weit ist Shinagawa von den Haupttouristenattraktionen entfernt?

  • Shinagawa liegt sehr zentral: Shibuya erreichst du in 7 Minuten, Tokyo Station in 11 Minuten und den Flughafen Haneda in nur 13 Minuten mit direkten Zugverbindungen.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.

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