Tokyo ist in 23 spezielle Stadtbezirke unterteilt, die alle offiziell als unabhängige Städte anerkannt werden. Einer dieser Bezirke ist Chuo. Chuo ist ein Stadtteil im Herzen von Tokyo, wo es als Besucher viel zu erleben gibt und der als perfekte Ausgangsbasis für die ganze Stadt genutzt werden kann.
Es ist zudem eines der wichtigsten kommerziellen Zentren der Stadt, genau wie Shinjuku. Was das für dich als Besucher bedeutet? Nun, in diesem Stadtteil kannst du dadurch sehr gut einkaufen! Auch an netten Restaurants, Cafés und anderen Ausgehmöglichkeiten mangelt es nicht. Außerdem gibt es in diesem Teil der Stadt zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, von Luxushotels bis hin zu günstigen Kapselhotels.
Wenn du im Stadtteil Chuo übernachtest, ist unser Reiseführer sehr praktisch, um die schönsten Orte wie ein echter Einheimischer zu entdecken.
Der Name ‚Chuo‘
Wusstest du, dass dieser Stadtteil seinen Namen wegen seiner zentralen Lage erhalten hat? Von jeher lag der Stadtteil im Herzen von Tokyo, Chuo steht demnach für ‚Zentrum‘. Tokyo Station, gelegen im Stadtteil Chiyoda, grenzt buchstäblich an Chuo und auch andere wichtige Stadtteile, darunter Minato, Sumida und Koto grenzen an Chuo.
Der Stadtteil Chuo hat viele Sehenswürdigkeiten
Tokyo kennt unglaublich viele Sehenswürdigkeiten, interessante Orte und Denkmäler. Chuo, auf Englisch auch Chuo City genannt, ist keine Ausnahme von dieser Regel. Wunderschöne Gärten, buddhistische Heiligtümer und vieles mehr. Unten findest du eine Liste einiger schöner, lehrreicher oder einfach interessanter Sehenswürdigkeiten. Hab absolut keine Angst, von dieser Liste abzuweichen, es sind lediglich Vorschläge.
Shoppen im Ginza-Distrikt

Einer der bekanntesten Distrikte in Chuo ist das Ginza-Distrikt. Es ist das teuerste Distrikt in Tokyo, nicht nur im Bereich Immobilien, sondern auch bei den Geschäften. In dieser Hinsicht ist dieses Distrikt vergleichbar mit der viel kleineren Maximilianstraße in München. In Ginza findest du Geschäfte von Marken wie Gucci, Versace, Seiko, Rolex und noch viel mehr, genug Tagesfüllung für den Shopaholic. Hier etwas zu kaufen ist leider nicht für jeden erschwinglich, aber allein die einzigartige Architektur dieser Luxusgeschäfte zu bewundern ist schon schön. Also schön Window Shopping betreiben und dich an den teuren Autos vergaffen, die vorbeifahren.
Tsukiji Hongan-ji (Hongwanji)

Japan und Tokyo sind bekannt für ihre wunderschönen Tempel. Der Tsukiji Hongan-ji Tempel ist hier ein prächtiges Beispiel. Dieser Tempel unterscheidet sich von anderen Tempeln in der Stadt, hauptsächlich im Bereich der Architektur. Für das Design hat der damalige Architekt nämlich das Design ursprünglicher indischer Tempel verwendet. Außerdem sind auch westliche Elemente zu finden, wie ein Bleiglasfenster und eine in Deutschland hergestellte Orgel. Das macht den Tsukiji Hongan-ji Tempel einzigartig in Japan. Weiterhin gibt es im Tsukiji Hongan-ji Tempel viel über Jodo Shinsu zu lernen, die am meisten praktizierte Variante des Buddhismus in Japan.
Schließlich gibt es auch noch eine Gedenkstätte im Tempel für den verstorbenen japanischen Rockstar Hideto Matsumoto. Der Tempel liegt in der Mitte von Chuo und ist dadurch leicht zu erreichen. So ist der Tempel in nur zwei Minuten zu Fuß von der gleichnamigen Tsukiji Station zu erreichen. Der Eintritt ist kostenlos.
Das Broadway von Japan: Kabuki-za Theater

Das Kabuki-za Theater ist das größte und wichtigste „Kabuki“-Theater von Japan. Kabuki ist eine traditionelle Form des japanischen Theaters, die vor einigen Jahrhunderten entstanden ist. Oft handeln die Theaterstücke von historischen Ereignissen oder Liebeskonflikten. Bestimmt schön, das mal zu erleben und in der Umgebung von Tokyo findest du keinen schöneren Ort dafür als hier!
Tickets kannst du vor Ort kaufen. Online geht auch über die offizielle Website, ist aber ziemlich schwierig, da die Website nicht vollständig auf Englisch verfügbar ist. Der Preis der Tickets variiert übrigens, kann aber bis zu 20.000 Yen betragen. Das gilt jedoch für die Abendshows und wenn du im Voraus bestellst.
Für diejenigen mit einem etwas niedrigeren Budget bietet das Theater eine perfekte Lösung: Hitomaku-mi Single Act Tickets. Diese Tickets kosten zwischen 500 und 3.000 Yen und sind nur kurz vor Showbeginn erhältlich. Das Kabuki-za Theater erreichst du am besten, indem du zur Higashi-Ginza Station reist. Vom Bahnhof ist es nur ein kurzer Spaziergang.
Die wunderschönen Hamarikyu-Gärten

Denkst du an Japan, dann denkst du wahrscheinlich an stereotype japanische Dinge wie Sushi, Sumo und natürlich: wunderschöne Gärten! Nimm zum Beispiel die Hamarikyu-Gärten. Diese Gärten liegen im Stadtteil Chuo, an der Mündung des Sumida-Flusses. Perfekt, um in dieser hektischen Stadt etwas zur Ruhe zu kommen.
Die Gärten haben Teiche, Wanderwege entlang des Wassers, ein kleines Heiligtum und einige Teehäuser. Hier können Besucher bei einer leckeren Tasse Tee und japanischen Süßigkeiten (Wagashi) pausieren. Außerdem den krassen Kontrast zwischen den hohen Wolkenkratzern und den wunderschönen natürlichen Farben des Parks genießen. Der Eintritt für die Hamarikyu-Gärten beträgt 300 Yen. Die Gärten sind zu erreichen, indem du zur Shiodome Station reist.
Besuche den größten Fischmarkt der Stadt

Bist du ein Fan von Fisch? Oder willst du einfach erleben, wie es auf einem japanischen Fischmarkt zugeht? Dann ist der Besuch des Tsukiji Outer Fish Market absolut lohnenswert. Das war jahrhundertelang der größte Fischmarkt der Stadt, ist aber heute noch voller Leben mit Restaurants und einem Outer Market Bereich. Die große Fischauktion (Thunfische etc.) ist zum Toyosu Market verlegt worden (nicht weit entfernt). Bist du nicht so der Fisch- oder Meeresfrüchte-Fan, dann ist es trotzdem schön, hier herumzulaufen.
Der Tsukiji Fish Market liegt genau auf der Wanderroute zwischen den Hamarikyu-Gärten und dem Kabuki-za Theater. Ideal zum Kombinieren! Außerdem ist der Markt auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, reise dann zur Tsukijishijo oder Tsukiji Station.
Die Distrikte und Gebiete von Chuo
Genau wie die anderen Stadtteile von Tokyo kannst du Chuo als Stadt betrachten. Es wohnen immerhin fast 150.000 Menschen. Aus diesem Grund ist der Stadtteil auch in Gebiete und Distrikte unterteilt. Die Gebiete von Chuo City sind Nihonbashi, Kyobashi mit dem bekannten Einkaufsviertel Ginza, Tsukishima und Ningyocho.
Nihonbashi und Kyobashi befinden sich auf dem „Festland“, östlich der Tokyo Station. Tsukishima ist eine Insel direkt vor der Küste der Stadt, dieses Gebiet ist mit dem Wasserbus oder über die Kachidoki-Brücke zu erreichen.
Übernachten in Chuo
Da Chuo mitten in Groß-Tokyo liegt, ist es der ideale Ort zum Übernachten: Du bist dank der Nähe zur Tokyo Station in kürzester Zeit in anderen Teilen von Tokyo. Auch wenn du planst, mit dem Shinkansen zu reisen, ist Übernachten in Chuo keine schlechte Wahl. Im Stadtteil hast du die Wahl zwischen verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten wie der Budget-Option Sotetsu Fresa Inn Nihombashi-Ningyocho oder dem luxuriöseren Muji Hotel Ginza. Welches für dich am besten geeignet ist, hängt vor allem von deinen eigenen Wünschen und natürlich dem Budget ab.
Chuo City von anderen Teilen Japans aus erreichen
Da Chuo City buchstäblich in der Mitte von Tokyo liegt, ist die Erreichbarkeit ausgezeichnet. Von beiden Flughäfen der Stadt, Flughafen Narita und Flughafen Haneda, ist der Stadtteil in etwa einer Stunde zu erreichen, zum Beispiel mit der Sky Access Line. Da der Shinkansen immer an der Tokyo Station hält, ist der Stadtteil auch von anderen Teilen Japans, wie Kyoto oder Osaka, einfach zu erreichen. Vergiss nicht, vorab einen Japan Rail Pass zu bestellen, damit kannst du online Plätze in den schnellen Zügen reservieren.

Häufig gestellte Fragen zu Chuo
Wie teuer ist Shopping in Ginza wirklich?
- Ginza ist das teuerste Einkaufsviertel Tokyos mit Luxusmarken wie Gucci und Rolex. Für kleinere Budgets gibt es jedoch auch erschwingliche Kaufhäuser wie Uniqlo und günstigere Restaurants in den oberen Stockwerken der Gebäude.
Kann ich Kabuki-Aufführungen auch ohne Japanischkenntnisse verstehen?
- Ja, das Kabuki-za Theater bietet englische Audioguides und Programmhefte. Die visuellen Elemente wie Kostüme, Makeup und Bewegungen sind auch ohne Sprachverständnis beeindruckend und verständlich.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Hamarikyu-Gärten?
- Die Gärten sind besonders schön während der Kirschblüte im Frühling (März bis April) und der Herbstlaubfärbung (November). Früh am Morgen oder spätnachmittags ist es weniger überfüllt und das Licht ideal für Fotos.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.