Einmal pro Jahr macht die Königsklasse des Motorsports, die Formel 1, Halt in Japan. Das geschah zum ersten Mal in den 70er Jahren. Seitdem wurden dutzende Grands Prix im „Land der aufgehenden Sonne“ gefahren. Es ist daher keine Überraschung, dass in Japan F1-Geschichte geschrieben wurde. Von den legendären Kollisionen zwischen den Erzrivalen Ayrton Senna und Alain Prost 1989 und 1990 bis zum denkwürdigen Sieg von Räikkönen 2005 und dem Weltmeistertitel von Max Verstappen am 9. Oktober 2022 auf dem Suzuka Circuit. Gleichzeitig erlebte die Formel 1 auch ihre Tiefpunkte in Japan: Jules Bianchi verunglückte hier 2014 schwer, woraufhin er ins Koma fiel und leider nicht mehr aufwachte. Kurz gesagt, Japan hat eine bewegte F1-Geschichte und ist aus dem Formel 1-Kalender nicht mehr wegzudenken.
Was willst du wissen?
- Geschichte von F1 in Japan
- F1 Suzuka Circuit
- Japanische F1-Teams
- Japanische Formel 1-Fahrer
- F1 Tickets für Japan
- FAQ über F1
Geschichte von F1 in Japan

Aber wo begann alles? 1976 wurde der erste offizielle GP von Japan gefahren. Nicht auf dem legendären Circuit von Suzuka, wo heute gefahren wird, sondern auf der Fuji International Speedway, einer Rennstrecke im Schatten des Mount Fuji unweit der Hauptstadt Tokio. Der Grand Prix von 1976 wurde vom Amerikaner Mario Andretti gewonnen, der vor den Legenden James Hunt und Niki Lauda ins Ziel kam.

Im Jahr darauf konnte James Hunt tatsächlich den Sieg auf der Fuji International Speedway holen. Dieses Rennen wurde jedoch von einem schrecklichen Unfall überschattet, bei dem zwei Zuschauer starben. Auch als Folge dieses tragischen Unfalls beschloss die Formel 1, in den folgenden Jahren nicht mehr nach Japan zurückzukehren.

Erst 1987 erlebte Japan ihr nächstes F1-Rennen. Diesmal nicht auf dem Fuji-Circuit, sondern auf dem Suzuka International Racing Course. Seitdem wurde jedes Jahr der Grand Prix von Japan hier abgehalten, mit Ausnahme von 2007, 2008 und 2020.
Der Grand Prix von Japan findet oft am Ende der Saison statt, wodurch das Rennen häufig entscheidend im Titelkampf ist. Unter anderem Damon Hill, Mika Häkkinen und Michael Schumacher wurden während des GP von Japan Weltmeister.
Außerdem bildet der japanische Grand Prix oft die Bühne für Rivalitäten, darunter die zwischen Ayrton Senna und seinem Erzrivalen Alain Prost. Auch Mika Häkkinen und Michael Schumacher lieferten sich hier heiße Duelle.
Bislang scheint der GP von Japan ein fester Bestandteil des Formel 1-Kalenders zu sein – etwas, worüber fanatische Fans nur zu glücklich sind.
Das legendäre Suzuka-Circuit (鈴鹿サーキット)
Denkst du an Formel 1 in Japan, dann denkst du an Suzuka. Suzuka ist ein Circuit in der Nähe der Stadt Nagoya, der bei Formel 1-Fans und Fahrern gleichermaßen beliebt ist. Das liegt an seinem einzigartigen Layout und den vielen Überholmöglichkeiten.

Der Circuit wurde 1961 angelegt. Damals diente er noch als Teststrecke für den Autohersteller Honda. Seit 1987 wird der GP von Japan hier jedes Jahr gefahren, mit Ausnahme von 2007, 2008 und 2020.
Der Architekt, Hans Hugenholtz, ist ein Niederländer. Hugenholtz war auch Direktor des Circuit Zandvoort und Architekt anderer Circuits wie dem Hockenheimring, der Ontario Motor Speedway, Zolder (Belgien) und dem Circuit von Jamara.
Fakten über das Suzuka F1-Circuit:
- Der Circuit ist 5807 Meter (5,8 Kilometer) lang
- Suzuka hat nicht weniger als 17 Kurven
- Die schnellste Runde steht im Namen von siebenfachem Weltmeister Lewis Hamilton, der die 5,8 km in 1 Minute, 30 Sekunden und 983 Millisekunden zurücklegte
- Moderne F1-Autos können auf der Geraden eine Geschwindigkeit von mehr als 310 Stundenkilometern erreichen
Japanische F1-Teams: Honda, Toyota und Super Aguri
Japanische Teams nehmen seit Jahrzehnten an der Formel 1 teil. Die bekanntesten davon sind Honda, Super Aguri und Toyota. 1974, 1975 und 1976 nahm übrigens auch ein kleines, unbekanntes japanisches Team namens Maki an der F1-Weltmeisterschaft teil.

Der Erfolg der japanischen F1-Teams war nur begrenzt. Honda zum Beispiel nahm von 1964 bis 1968 und von 2006 bis 2008 an der Formel 1 teil. In diesen insgesamt acht Jahren konnte das Team nur drei Siege erzielen.

Dasselbe gilt für Toyota, das 2002 in die Formel 1 einstieg. Insgesamt investierte der japanische Autohersteller sage und schreibe 1 Milliarde Euro in ihr Formel 1-Team, konnte aber kein einziges Rennen gewinnen. Aufgrund der enttäuschenden Ergebnisse zog Toyota 2009 den Stecker aus ihrem Formel 1-Projekt. Super Aguri (2006 bis 2008) ging es nicht viel besser: auch sie konnten nie gewinnen.

Momentan gibt es keine japanischen Formel 1-Teams. Honda ist jedoch einer von nur vier Motorenlieferanten in der F1. Derzeit liegen die Honda-Antriebe in den Autos von Red Bull Racing und Alpha Tauri, aber nach 2021 hört Honda komplett in der Formel 1 auf. Eine andere japanische Automarke, die mit der Königsklasse verbunden ist, ist Nissan über ihre Luxusdivision Infiniti. Infiniti ist Sponsor des Renault-Rennstalls und war in der Vergangenheit Sponsor von Red Bull Racing.
Japanische Formel 1-Fahrer

Über die Jahre waren verschiedene japanische Fahrer in der Formel 1 aktiv. Keiner der insgesamt 21 japanischen Fahrer konnte jemals ein Rennen gewinnen, aber drei von ihnen erreichten einen Podiumsplatz. Aguri Suzuki wurde Dritter beim GP von Japan 1990, Takuma Sato erreichte einen beeindruckenden Podiumsplatz beim USGP 2004 und Kamui Kobayashi schaffte es bei seinem Heimrennen 2012 aufs Podium. Seit der Saison 2021 fuhr der talentierte Yuki Tsunoda in der Formel 1 für den AlphaTauri- (später Racing Bulls-) Rennstall und 2025 kurz für Red Bull, ist jedoch ab 2026 kein Stammfahrer mehr, sondern Reservefahrer bei Red Bull Racing.
Tickets kaufen für GP von Japan?

Ein Formel 1-Rennen zu besuchen ist eine unglaublich coole Erfahrung. Besonders auf einem tollen Circuit wie Suzuka. Willst du Tickets für den GP von Japan kaufen? Diese kaufst du am besten bei einem vertrauenswürdigen Händler wie Tickettravel oder natürlich der Formel 1 selbst. Erschrick nicht: Formel 1-Tickets sind nicht billig, besonders nicht wenn du eine fertige Reise dazu willst. Für ein einzelnes Ticket beginnen die Preise bei 18.000 yen (100 euro?), für eine VIP Suite Premium zahlst du schnell um die 600.000 – 700.000 yen (3000-4000 euro) pro Person.
FAQ über die Formel 1 von Japan
Auf welchem Circuit wird der GP von Japan gefahren?
- Die letzten zehn Jahre wurde jeder Grand Prix von Japan auf dem Circuit von Suzuka gefahren. In der Vergangenheit wurde auch einige Male auf der Fuji International Speedway gefahren, aber Suzuka hat den Vorzug wegen der verbesserten Sicherheit, dem interessanteren Layout und der besseren Erreichbarkeit.
Wann ist der nächste Grand Prix von Japan?
- Der nächste GP von Japan ist für den 29. Marz 2026 geplant. Achtung: Dieses Datum kann noch angepasst werden.
Ist Formel 1 in Japan populär?
- Die Popularität der Formel 1 in Japan hat sich über die Jahrzehnte stark verändert. In den goldenen Jahren von Ayrton Senna, der in einem McLaren mit Honda-Antrieb fuhr, war Formel 1 wahnsinnig populär. Seitdem ist die Popularität jedoch stark gesunken. Wirklich erfolgreiche japanische Teams oder Fahrer gab es nämlich nicht. Seit ein paar Jahren ist die Formel 1 im Land wieder deutlich populärer. Das ist dem Erfolg der Honda-Partnerschaft mit Red Bull Racing und dem niederländischen Red Bull-Fahrer Max Verstappen zu verdanken. Unterschätze übrigens nicht den Fanatismus japanischer F1-Fans. Kaufst du Tickets für den GP von Japan, dann bereite dich auf japanische Fans vor, die komplett ausrasten. Davon können wir uns noch eine Scheibe abschneiden!
Wie teuer sind Tickets für den GP von Japan?
- Das hängt vom Kaufzeitpunkt und dem gewählten Arrangement ab. Einzeltickets beginnen ab 105 Euro, All-inclusive GP von Japan-Tickets können tausende Euro kosten.
Warum wird der japanische GP hauptsächlich auf Suzuka gefahren?
- Suzuka bietet mit seinen 17 Kurven und dem einzigartigen Figure-8-Layout optimale Rennbedingungen. Der Circuit ermöglicht spektakuläre Überholmanöver und gilt als einer der anspruchsvollsten Kurse im F1-Kalender.
Welche Rolle spielt Honda aktuell in der Formel 1?
- Honda fungiert als Motorenlieferant für Aston Martin. Die japanische Marke stellt leistungsstarke Hybrid-Power-Units bereit, die maßgeblich zu den Erfolgen des Teams beitragen sollen.
Was macht japanische F1-Fans so besonders?
- Japanische F1-Fans sind für ihre außergewöhnliche Leidenschaft und Kreativität bekannt. Sie erscheinen oft in aufwendigen Kostümen, bringen selbstgemachte Transparente mit und schaffen eine einzigartige Atmosphäre im Suzuka Circuit.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.