Erfahre in diesem Guide mehr über goshuin (御朱印) und vielleicht besorgst du dir bald selbst ein Goshuin-Buch.
Was möchtest du über goshuin wissen?
- Von der Unterschrift zum Goshuin
- Was steht auf einem Goshuin?
- Arten von Goshuin
- Goshuinchō (Goshuin-Buch)
- Wo findet man sie?
- Noch ein paar Fakten und Tipps
- Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Goshuin?
Goshuin sind kalligrafische Stempel, einzigartig für jeden buddhistischen Tempel oder shinto-Schrein, die als Nachweis deines Besuchs dienen. Mönche und shinto-Priester schreiben traditionell mit Pinsel und schwarzer Tinte in Kalligrafie (japanische Schriftzeichen) und fügen rote Stempel an vorgesehenen Stellen hinzu. Das ist eine eigene Kunst. Diese Stempel sind nicht zu verwechseln mit kostenlosen Stempeln, die du an Bahnhöfen, Sehenswürdigkeiten oder Geschäften findest.
Von der Signatur zum Goshuin
Die genaue Herkunft von goshuin ist unklar, jedoch weisen Quellen auf ihre religiöse Nutzung im frühen Buddhismus hin, um Dokumente zu authentifizieren. Tempel vergaben sie als Siegel an Besucher, die handgeschriebene Sutras (buddhistische Texte) als spirituelle Opfer darbrachten. Mit der zunehmenden Beliebtheit von Tempelbesuchen in der Edo-Zeit (1603-1868) wurden sie als Besuchsnachweis verteilt, ebenso in shinto-Schreinen. Pilger sammelten die Tempelstempel in speziellen Büchern, den goshuinchō. Heute gelten sie als spirituelle Andenken, für die Gebet und kleine Spende reichen. Du brauchst keine Sutra mehr anzubieten, doch der symbolische Wert bleibt erhalten.
Was steht auf einem Goshuin?
Ein goshuin besteht aus:
Kalligraphie:
- Zentral: Der Name des Tempels oder Schreins oder der Name des Buddhas oder verehrten Kami (Gottheit)
- Links oder rechts unten: Das Datum Ihres Besuchs
- Eventuell: Eine religiöse Botschaft
Rote Stempel:
- Ein oder mehrere rote Stempelabdrücke mit dem offiziellen Namen des Tempels (Tempelstempel)
- Eventuell: Ein Sanskrit-Zeichen

Dieses Goshuin stammt aus dem Utasu-Schrein in Kanazawa. Was steht darauf geschrieben?
1a) 加賀国 (Kaga no kuni) – Der alte Name der Region, die heute zur Präfektur Ishikawa gehört.
1b) 金沢東山 (Kanazawa Higashiyama) – Ein bestimmtes Stadtviertel in Kanazawa.
2) 宇多須神社 (Utasu jinja) – Name des Schreins (Utasu-Schrein)
3) 令和五年五月二十三日 (Reiwa go-nen go-gatsu nijūsan-nichi) – Datum des Besuchs, in diesem Fall der 23. Mai 2023 (Reiwa 5).
4) Kirschblütenstempel – Möglicherweise ein Familienwappen, das häufig von Shinto-Schreinen verwendet wird. Es symbolisiert die Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens.
5) Zentrales Siegel – Offizielles Siegel des Schreins, dient als Echtheitsstempel.
6) Tausendfüßler-Stempel – Symbol für Schutz, Mut und Widerstandsfähigkeit.
Wissenswertes über die Zeitrechnung in Japan: Wusstest du, dass Japan mit jedem neuen Kaiser die Zeitrechnung neu beginnt? Dieses System heißt Nengō und existiert seit dem Jahr 645. Um zu wissen, welches Jahr Reiwa 5 genau ist, musst du Folgendes berücksichtigen: 2019 trat Kaiser Naruhito sein Amt an und begann Reiwa 1, sodass Reiwa 5 dem Jahr 2023 entspricht.
Bei der Wahl eines neuen Äranamens in Japan müssen bestimmte Regeln befolgt werden: Der Name darf maximal zwei Kanji enthalten, muss leicht lesbar sein, eine positive Bedeutung haben und in der Geschichte einzigartig sein. Interessant zu wissen: In Japan werden Daten oft in dieser Reihenfolge geschrieben: Jahr – Monat – Tag.
Arten von goshuin
Tempelstempel gibt es in verschiedenen Formen. So gibt es beispielsweise den Standard-Goshuin, der nur eine Seite Ihres Buches einnimmt. Es gibt saisonale Stempel, die 1 oder 2 Seiten groß sind. Diese sind oft sehr farbenfroh und einzigartig. Daneben gibt es noch den Kirie (切り絵) Goshuin (oder ausgeschnittenes Foto/Kunstwerk), bei dem Muster aus einem dicken Stück Papier ausgeschnitten werden.


Goshuinchō, Goshuin-Sammelbücher
Die Goshuincho Arten
Die Goshuin-Bücher lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:
- Harmonika-gefaltete Bücher (orihon 折本): Diese Art von Buch besteht aus gefalteten Seiten, die sich wie eine Harmonika oder ein Akkordeon öffnen lassen. So können Sie alle Goshuin nebeneinander sehen, indem Sie das Buch vollständig aufklappen. Dies ist die häufigste Form.
- Vorteil: Das Heft kann aufgelöst werden und die Seiten können nachträglich ausgetauscht werden.
- Nachteil: schwieriger zu beschriften (wird daher nicht oft verwendet)
2. Traditionelles japanisches gebundenes Buch (watoji 和綴じ): Diese Art von Buch hat lose Seiten, die mit Faden aneinander gebunden sind.
- Vorteil: Das Buch kann auseinandergenommen werden und die Seiten können nachträglich ersetzt werden.
- Nachteil: Schwieriger zu beschreiben (wird daher nicht oft verwendet).
Formate
Die beiden gängigsten Formate sind:
- Kleineres Format (16 cm hoch x 11 cm breit)
- Größeres Format (18 cm hoch x 12 cm breit)

Die Hefte können aufgrund der Unterschiede zwischen Tempeln und Schreinen unterschiedlich groß sein. Jeder Ort hat seine eigenen Traditionen und seinen eigenen Stil, was sich auf die Größe des Goshuin auswirkt, wodurch auch das Heft eine andere Größe hat. Dies hat auch kommerzielle Gründe, da Sonderausgaben herausgebracht werden.
Sind Sie sich bezüglich der richtigen Größe unsicher? Entscheiden Sie sich dann für das etwas größere Format, damit Sie sicher sein können, dass jedes Goshuin perfekt hineinpasst.
Aufbewahrung des Heftes
Da ein Goshuin ein spiritueller und religiöser Gegenstand ist, ist es wichtig, Ihr Buch sorgfältig zu behandeln.
Einige Tipps zur Aufbewahrung:
- Bewahren Sie es an einem trockenen Ort auf, um Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden.
- Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, damit die Tinte nicht verblasst.
- Erwägen Sie eine Aufbewahrungsbox aus Holz für zusätzlichen Schutz.
Wo findest du Goshuin?
Sie sind an den meisten buddhistischen Tempeln und shinto-Schreinen erhältlich, oft gekennzeichnet mit den Kanji: 御朱印. Große Tempel haben separate Verkaufsstellen als für omamori (Glücksbringer), kleinere meist gemeinsam.
Wie sammelt man Goshuin?
- Kaufen Sie ein Goshuinchō (ein spezielles Buch für Goshuin)
Dieses Buch können Sie in Tempeln und Schreinen kaufen, dort, wo Sie auch einen Goshuin beantragen können. Jeder Tempel und Schrein hat ein einzigartiges Cover und verkauft manchmal mehrere Bücher in verschiedenen Größen oder mit unterschiedlichen Mustern und Farben.
Sie können ein Goshuin-Heft auch in einigen Souvenirläden, Buchhandlungen und Kaufhäusern kaufen, aber am authentischsten ist es, das Heft in einem Tempel oder Schrein zu kaufen und sofort Ihr erstes Goshuin zu erhalten.
2. Besuchen Sie einen buddhistischen Tempel oder einen Shinto-Schrein
In ganz Japan gibt es etwa 77.000 Tempel und 81.000 Schreine. Wo auch immer Sie in Japan unterwegs sind, Sie werden mit Sicherheit auf einen stoßen! Wenn Sie sichergehen möchten, dass dort Goshuin angeboten werden, recherchieren Sie einfach online (oder nutzen Sie die GoshuinGo-App).
Der Schalter ist nicht den ganzen Tag geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren je nach Standort, in der Regel sind sie jedoch von 9:00 bis 16:00-17:00 Uhr geöffnet. Bei kleineren Tempeln kann der Schalter sogar schon um 15:00 Uhr schließen.
3. Beten
Seien Sie respektvoll und beten Sie, bevor Sie einen Goshuin erwerben. Dies ist nicht verpflichtend, wird aber sicherlich geschätzt.
4. Suchen Sie den Goshuin-Schalter
Der Schalter ist in der Regel mit dem Kanji für Goshuin (御朱印) gekennzeichnet. Sie können auch in Ihrem besten Japanisch den nächsten Japaner fragen: „Goshuin wa doko desuka?“.
5. Geben Sie Ihr Goshuinchō ab und wählen Sie das gewünschte Goshuin
Reichen Sie das Buch geöffnet dem Mönch oder Priester und sagen Sie „Goshuin o onegai shimasu”. Wenn das Buch eine Hülle hat, entfernen Sie diese bitte zuerst selbst und achten Sie darauf, dass Sie das Leporello-Buch (orihon) auf der richtigen Seite und nicht verkehrt herum öffnen (in Japan wird das Goshuin von hinten nach vorne geöffnet).
In einigen Tempeln und Schreinen können Sie aus mehreren Goshuin wählen. Wenn Sie Glück haben und einen Schrein während einer besonderen Zeit besuchen, können Sie einen einzigartigen Goshuin erhalten. Dieser kostet oft etwas mehr, ist aber ein schönes Andenken an Ihre Reise.
6. Bezahlen Sie und erhalten Sie Ihren handgeschriebenen Goshuin
Die Standard-Goshuin werden in der Regel vor Ort von Hand geschrieben, aber oft erhalten Sie den Stempel auch auf einem Zettel und müssen ihn selbst in Ihr Buch kleben. Die speziellen Goshuin erhalten Sie in der Regel ebenfalls separat.
Seien Sie stets höflich und vergessen Sie nicht, sich beim Priester oder Mönch mit einer einfachen Verbeugung und einem Dankeschön zu bedanken: „Arigatou gozaimasu”.
7. Besuchen Sie mehrere Tempel und Schreine
Während Ihrer Reise lohnt es sich auf jeden Fall, nach einem einzigartigen Goshuin-Stempel Ausschau zu halten. Füllen Sie Ihr Buch und Sie haben das perfekte Souvenir für sich selbst, das Sie mit nach Hause nehmen können.


Scheuen Sie sich nicht, als Nicht-Japaner Goshuin zu sammeln. Für viele Japaner ist dies eher ein Hobby als eine religiöse Aktivität, und das Sammeln von Stempeln wird auch zunehmend Teil der japanischen Popkultur.
Goshuin-Preise
Durchschnittlicher Preis für ein Goshuin-Heft:
- Kleineres Format (16 cm hoch x 11 cm breit): 500-1500 Yen
- Größeres Format (18 cm hoch x 12 cm breit): 1500-5000 Yen
- Preis für einen Goshuin-Stempel:
- Standard-Goshuin: 300-500 Yen
- Spezial-Goshuin (Ikie oder saisonal): 500-1500 Yen
Noch ein paar Fakten und Tipps
- Goshuin sind aufgrund ihrer tieferen religiösen und kulturellen Bedeutung mehr als nur gewöhnliche Erinnerungsstempel. Deshalb dürfen sie nicht in ein beliebiges Notizbuch geklebt werden. Sie benötigen ein echtes Goshuinchō, ein spezielles Stempelbuch, das Sie in den meisten Tempeln und Schreinen oder in einigen Souvenirläden kaufen können.
- Das Goshuinchō wird ausschließlich zum Sammeln von Goshuin verwendet. Stecken Sie also keine anderen Stempel hinein (wie z. B. kostenlose Stempel, die Sie an bestimmten Bahnhöfen finden) und verwenden Sie es nicht als Ihr persönliches Sammelalbum.
- Eine Schutzhülle besteht in der Regel aus durchsichtigem Kunststoff oder Stoff und schützt Ihr Goshuin-Buch vor Abnutzung, Flecken und anderen Beschädigungen.
- Tempelbesuch in Japan: Für viele Japaner beginnt das neue Jahr mit Hatsumode, dem ersten Tempelbesuch des Jahres. Bei diesem Besuch werfen die Japaner eine Münze in eine hölzerne Spendenbox, verbeugen sich zweimal und wünschen sich Glück und Wohlstand. Viele Tempel bieten auch Omikuji an, Glückszettel mit Vorhersagen für das Jahr. Es ist ein spiritueller Moment, um das neue Jahr gut zu beginnen!
Häufig gestellte Fragen zu Goshuin
Dieser Artikel wurde von Anke De Koninck verfasst.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.