Japan ist das Land der gigantischen Nationalparks, denn nicht weniger als zwei Drittel der Landfläche bestehen aus Wald, der größtenteils geschützt ist. Das Land zählt dadurch 33 Nationalparks, die alle einzigartig sind, da die Biodiversität sehr vielfältig ist. Die Parks sind über die vier großen Inseln Japans verteilt, umfassen aber auch die kleineren. In diesen Parks sind unter anderem Vulkane, Wälder, verschneite Berggipfel, Warmwasserquellen, Seen und Sümpfe zu finden, aber auch kilometerlange Küstenlinien, denn Japan ist natürlich eine riesige Insel.
Japaner haben viel Respekt vor der Natur, was größtenteils durch den jahrhundertealten Shinto-Glauben kommt. Auch dadurch sind die Nationalparks Japans noch unberührt und rein, was den Besuch der unten stehenden Parks mehr als lohnenswert macht.
1. Der Fuji-Hakone-Izu Nationalpark

Der Fuji-Hakone-Izu ist der älteste und bekannteste Nationalpark Japans. Die ausgezeichnete Lage und die Anwesenheit des bekanntesten und höchsten Berges Japans, Mount Fuji, sorgen dafür, dass viele Touristen diesen Nationalpark besuchen. Von Tokyo aus ist der Nationalpark leicht per Zug zu erreichen und von hier ist der Berg manchmal bei gutem Wetter sichtbar.
Der Nationalpark selbst besteht aus mehreren Gebieten, wo Warmwasserquellen, kilometerlange Küstenlinien, Korallenriffe, Wasserfälle und hunderte vulkanische Inseln zu finden sind. Ein Teil des Nationalparks namens Fujisan wurde kürzlich als Welterbe von der UNESCO aufgenommen und gehört zu dem meistbesuchten Schutzpark Japans. Lies mehr über Hakone.
2. Daisetsuzan Nationalpark

Der Daisetsuzan Nationalpark ist der größte Japans und liegt auf der nördlichen Insel namens Hokkaido. Der Nationalpark hat seinen Namen der bergigen Landschaft zu verdanken, nach der er benannt ist. Daisetsuzan bedeutet nämlich: große verschneite Berge. Hier ist auch der größte Berg Hokkaidos zu finden, nämlich der Mt. Asahi, der nicht weniger als 2.290 Meter hoch ist.
Neben den Bergen, auf denen teilweise Ski gefahren werden kann, sind hier auch verschiedene Vulkane, Warmwasserquellen und wilde Tiere zu finden. Neben einer Population von Braunbären ist der Park auch die Heimat vieler anderer besonderer Tiere. Auch dadurch ist der Nationalpark rasend populär und zieht jedes Jahr Millionen von Besuchern an, die auf der Suche nach unberührter Natur und Abenteuer sind.
3. Shiretoko Nationalpark

Der Shiretoko Nationalpark liegt ebenfalls auf der nördlichsten Insel Japans, Hokkaido. Der Nationalpark ist bekannt als der unberührteste und vielleicht schönste von ganz Japan. Da nicht der ganze Park per Straße erreichbar ist, kann der nördliche Punkt des Parks nur über das Wasser oder mit einer mehrtägigen Trekking-Tour erreicht werden.
Im Shiretoko Nationalpark ist auch eine Vielfalt an Wildtieren zu finden. So gibt es Braunbären, Hirsche und Füchse im Park. Eine beliebte Sehenswürdigkeit während des Winters ist das Shiretoko Drift Ice. Treibende Eisblöcke sind von der Küste aus zu sehen und eine echte Ice Walk Tour darf nicht fehlen, auch wenn mehr geschwommen als gelaufen wird.
4. Yakushima Nationalpark

Der Yakushima Nationalpark liegt auf der subtropischen Insel im Süden Japans bei der Stadt Kagoshima. Der Nationalpark ist von einem Zedernwald bedeckt, wo die ältesten Bäume Japans wachsen. Der älteste Baum hier ist mehr als 7.000 Jahre alt. Nachdem in der Vergangenheit viele Bäume gefällt wurden, wurde der Nationalpark 1993 zum Welterbe ernannt.
Viele Touristen kommen hierher, um zu wandern und die alten Zedernbäume zu bewundern. Das Gebiet ist sehr feucht und laut lokalen Bewohnern regnet es hier 35 Tage im Monat (natürlich ein Scherz). Neben dem Zedernwald sind auch eine Anzahl Berge auf der Insel zu finden, die fast 2.000 Meter hoch sind und perfekte Wanderplätze haben.
5. Kerama Nationalpark

Dieser Nationalpark ist eine kleine Gruppe von Inseln im Ostchinesischen Meer, nur 40 Kilometer vom Festland entfernt und nicht weit von der bekannten Okinawa-Präfektur. Der Kerama Nationalpark besteht aus 36 Inseln, von denen nur vier bewohnt sind.
Die Inseln sind beliebt wegen des kristallblauen Wassers und sind äußerst geeignet zum Sonnenbaden, Schnorcheln, Schwimmen und Tauchen. In der Zeit von Januar bis März sind die Inseln sehr beliebt für das Beobachten von Walen, die hier dann auf ihrer jährlichen Migration vorbeiziehen. Sei früh dran mit der Buchung, denn während dieser Zeit ist es sehr voll.
Bonustipp für eine Kombination von Natur und Kultur
Steige in Kyoto einmal aufs Fahrrad und beginne mit einer kurzen Fahrt zu Sanjusangendo, einem Tempel mit dem längsten Holzgebäude Japans. Auch findest du hier eine imposante Anzahl von Statuen. Radle dann weiter nach Süden der Stadt, für einen Besuch des wundersamen Fushimi Inari Schreins. Bei den Tempeln findest du den Pfad mit den tausenden roten Torii, ein bezaubernder Ort! Noch mehr Infos über Radfahren in Kyoto?
FAQs zum Thema Nationalparks in Japan:
Brauche ich eine Genehmigung für japanische Nationalparks?
- Die meisten Nationalparks sind frei zugänglich, aber für bestimmte Gebiete wie Mount Fuji-Besteigungen oder Camping benötigst du Genehmigungen. Informiere dich vorab bei den Parkverwaltungen über aktuelle Bestimmungen und Reservierungsanforderungen.
Sind wilde Tiere in japanischen Nationalparks gefährlich?
- In Parks wie Daisetsuzan und Shiretoko leben Braunbären, die respektiert werden müssen. Folge immer den Parkregeln, mache Lärm beim Wandern, trage Bärenglocken und bewahre Essen sicher auf. Die meisten anderen Wildtiere sind harmlos, aber halte immer respektvollen Abstand.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.