Hashima, oder Gunkanjima, ist eine kleine, unbewohnte Insel 15 Kilometer südlich von Nagasaki. Die Insel ist eine von 505 unbewohnten Inseln der sogenannten Nagasaki-Präfektur. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Hashima eine lebendige Insel mit ganzen 5000 Einwohnern. Im Boden der Insel befand sich nämlich viel Steinkohle. Viele Bergarbeiter und ihre Familien kamen deshalb auf Hashima leben.
Als die Steinkohle gegen Ende des 20. Jahrhunderts zur Neige ging, verfiel die Insel. Alle Menschen zogen weg und die Insel wurde zu einer Geisterinsel. Heutzutage ist Hashima vor allem sehr populär wegen ihres Auftritts im James Bond-Film ‚Skyfall‘ und anderer Medienaufmerksamkeit.
Geschichte der Insel Hashima

1810 wurde entdeckt, dass auf der Insel viel Steinkohle zu finden war. Zur Zeit der Industriellen Revolution, die auch in Japan stattfand, wurde die Insel bewohnt. Man brauchte schließlich viel Steinkohle für Fabriken, Züge und mehr. Hashima wurde von der Firma Mitsubishi aufgekauft. Diese sorgte dafür, dass Minen angelegt und die Insel selbst erweitert wurde.
Um alle Arbeiter und Bergarbeiter mit Wohnraum zu versorgen, wurden große Apartmentblöcke gebaut. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Menschen auf die Insel Hashima und wurden also immer mehr Gebäude wie Schulen, Krankenhäuser und Kinos gebaut. Langsam aber sicher wuchs Hashima zu einer vollwertigen Stadt heran.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten chinesische und koreanische Kriegsgefangene in den Minen von Hashima arbeiten. Sie bekamen hier schreckliche Bedingungen zu spüren und mussten manchmal tagelang arbeiten. Es wird geschätzt, dass mehr als 1300 Kriegsgefangene in den Minen von Hashima gestorben sind. Auch in anderen Minen verstreut über Japan mussten Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Hashima für eine kurze Zeit sehr stark. 1959 hatte die Insel ganze 5259 Einwohner! Ab den 1970er Jahren ging es jedoch bergab. Benzin wurde immer beliebter als Brennstoff, wodurch die Nachfrage nach Kohle stark abnahm. Viele Kohleminen in Japan wurden geschlossen. Hashima war hier keine Ausnahme. Im Januar 1974 wurden die Minen geschlossen und im Mai desselben Jahres waren alle Bewohner weggezogen.
Heutzutage

2002 trat Mitsubishi die Insel an die Gemeinde Nagasaki ab. Diese begannen Pläne zu machen, um Hashima für Journalisten und später auch Touristen zu öffnen. Bestimmte Gebäude auf der Insel wurden restauriert und 2008 wurde ein neuer Pier angelegt. Trotz der Tatsache, dass mehrere Gebäude auf der Insel restauriert wurden, sind nur 5 % der Insel für Touristen zugänglich. Der Rest von Hashima wird noch als zu unsicher betrachtet.
Neben Hashima gibt es noch eine andere berühmte Insel nahe Nagasaki, nämlich den niederländischen Handelsposten Deshima.
Tour Hashima Insel
Hashima ist seit 2009 für Touristen geöffnet. Du darfst jedoch nicht ohne Begleitung die Insel besuchen. Große Teile der Insel werden nämlich als unsicher betrachtet, insbesondere wegen Einsturzgefahr. Wenn du die Insel Hashima besuchen willst, musst du also eine Tour buchen. Es ist ratsam, dies rechtzeitig zu tun, da diese Touren unter Japanern auch sehr beliebt sind und blitzschnell ausgebucht sind.
Wenn du die Tour buchst, ist es übrigens nicht sicher, dass die Reise stattfindet. Die Insel befindet sich nämlich in einem Gebiet mit sehr extremem und unvorhersagbarem Wetter. Wegen des Wetters werden keine Touren im Dezember und Januar organisiert. In den anderen Monaten kannst du buchen, aber es kann sein, dass schlechtes Wetter einen Strich durch die Rechnung macht.

Das extreme Wetter macht auch, dass diese Tour nicht für jeden geeignet ist. Die Insel ist nur mit dem Boot erreichbar. Das Meer kann sehr stürmisch und wild sein. Wenn du gesundheitliche Beschwerden hast, kann es sogar sein, dass du überhaupt nicht mitdarfst. Auch wenn du schnell seekrank wirst oder unter Seekrankheit leidest, ist diese Tour nicht zu empfehlen. Ansonsten ist diese Tour gut machbar. Insgesamt dauert die Führung über Hashima 60 Minuten, exklusive der Zeit auf dem Boot. Der Preis für eine Tour nach Hashima liegt normalerweise um die 50 Euro.
Verschiedene Touren
Es gibt drei verschiedene Anbieter von Touren nach Hashima. Das sind The Gunkanjima Concierge Company und Yamasa Shipping. Jeder dieser Anbieter organisiert pro Tag 2 Touren zu verschiedenen Zeiten.
Reisen nach Hashima über Nagasaki
Es gibt nur einen Weg, um nach Hashima zu kommen, nämlich mit dem Boot. Dieses Boot fährt von Nagasaki zur Insel. Es gibt verschiedene Wege, um in die Stadt Nagasaki zu kommen. Die Stadt hat einen Flughafen, allerdings ist dieser auf der teuren Seite, was internationale Flüge angeht. Deshalb empfehlen wir, erst zu einem günstigeren Flughafen in Japan zu fliegen und anschließend einen günstigeren Inlandsflug nach Nagasaki zu nehmen. So kannst du von Tokio einen Flug nach Nagasaki für nur 40 Euro nehmen. Der Bus oder der Zug sind auch eine Möglichkeit, das ist jedoch deutlich teurer und weniger schnell.
UNESCO-Welterbestätte
Seit 2015 wird Hashima als UNESCO-Welterbe anerkannt. Die Insel ist Teil der „Japanischen Stätten der Industriellen Revolution: Eisen und Stahl, Schiffbau und Kohleminen“. Dank dieses Status wird die Insel geschützt und gut instand gehalten.
Nicht jeder war glücklich über diese Anerkennung. Vor allem Südkorea, China und sogar Nordkorea legten Einspruch ein, da koreanische und chinesische Gefangene zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zur Zwangsarbeit auf Hashima gebracht wurden. Schließlich kamen die Länder untereinander doch zu einer Einigung.
Fakten über die Insel Hashima
- Im Film James Bond Skyfall wurden in einer Anzahl ‚Shots‘ Bilder von Hashima gezeigt.
- Im James-Bond-Film Skyfall wurden nicht alle ‚Insel‘-Szenen auf Hashima aufgenommen, das wurde als zu unsicher betrachtet. Das Bühnenbild der Szenen war aber von der Insel inspiriert.
- Die Insel wird wegen ihrer Form auch Gunkanjima genannt, was frei übersetzt Battleship Island bedeutet.
- 2013 hat Google die gesamte Insel kartografiert. Du kannst mit Google Street View also auch eine ‚Tour‘ über Hashima machen.
- Auf ihrem Höhepunkt hatte die Insel eine Bevölkerungsdichte von ganzen 835 Einwohnern pro Hektar oder 83.500 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Foto credits: Pixabay, Wikipedia & Gunkanjima Concierge Company Dieser Artikel wurde geschrieben von: Jelle van der Weerd
FAQs zum Thema:
Wie lange dauert eine Hashima-Tour insgesamt?
- Eine komplette Hashima-Tour dauert etwa 3-4 Stunden, einschließlich der Bootsfahrt von und nach Nagasaki. Die eigentliche Inselbesichtigung beträgt 60 Minuten, die Bootsfahrt jeweils etwa 45 Minuten pro Richtung. Dazu kommt Zeit für Check-in und Sicherheitseinweisungen.
Kann man Hashima bei schlechtem Wetter besuchen?
- Nein, Touren werden bei schlechtem Wetter, hohen Wellen oder starkem Wind abgesagt. In den Wintermonaten Dezember und Januar finden grundsätzlich keine Touren statt. Auch bei Regen oder Sturm werden Fahrten aus Sicherheitsgründen gestrichen.
Was sollte man für eine Hashima-Tour mitbringen?
- Wetterangepasste Kleidung, feste Schuhe mit gutem Halt, Sonnenschutz und eventuell Medikamente gegen Seekrankheit sind empfehlenswert. Kameras sind erlaubt, aber nur in den designierten Bereichen. Das Mitbringen von Essen oder Getränken ist nicht nötig, da die Tour relativ kurz ist.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.