Konservatives vs. modernes Japan - Wandel & Tradition

Konservatives Japan versus modernes Japan

In den letzten Jahren hat Japan mehrmals die Weltnachrichten gemacht und beginnt das Land immer mehr wie eine echte Weltmacht auszusehen. Premierminister Abe nahm 2015 ein neues Gesetz an, womit japanische Soldaten zum ersten Mal außerhalb der Grenzen des Landes eingesetzt werden dürfen, ohne dass Selbstverteidigung nötig ist. Das war für viele Japaner eine große Wende im politischen System und der Außenpolitik. Hieraus zeigt sich auch, dass sich das Land auf geopolitischer und internationaler Ebene entwickelt.

Die Hauptstadt Tokio spielt hierbei eine wichtige Rolle. Denn während Japaner im Norden und Süden des Landes noch immer sehr konservativ sind, steht Tokio für den progressiven, modernen und hippen Charakter.

Die Einwohner sind Bürger der Zukunft und stehen offen für die neuesten Modetrends, aber auch Veränderungen in jahrhundertealten Gewohnheiten. Weil Tokio eine gigantische Stadt von etwa 37 Millionen Einwohnern ist, hat das einen direkten Effekt auf das gesamte Land. Positiv für die Entwicklung, aber meist negativ für den Erhalt der Kultur.

Trotzdem sorgen Japaner dafür, dass Entwicklung und Kultur Hand in Hand vorangehen.

Tokio fungiert als Eisbrecher

Geteiltes Bild: Geisha in Kimono links, moderne junge Frau mit Smartphone rechts
Direkter Kontrast zwischen traditioneller und zeitgenössischer japanischer Kultur

Das politische Hauptquartier, das in Tokio ansässig ist, unter der Führung von Abe hat bereits viele Zugeständnisse gemacht, um auf mehr internationale Mitsprache einzugehen. Das wie oben genannte Abschaffen des Pazifismus, aber auch die Entschuldigung gegenüber den Zwangsprostituierten des Zweiten Weltkriegs (auch Trostfrauen genannt) aus Südkorea.

Hierdurch werden internationale Bande stärker und sehen immer mehr Länder Japan als potenziellen Wachstumsmarkt oder Handelspartner. Das Land steht auf dem Kopf für konservative japanische Begriffe, kann man wohl sagen. Trotzdem weiß Japan seine alte Kultur gut zu bewahren, indem jahrhundertealte Gewohnheiten weiter ausgeführt werden. Vor allem in den alten Städten wie Kyoto (lange Zeit Hauptstadt Japans gewesen), Nara, Nagasaki und auf den südlichen Okinawa-Inseln sieht man das.

Wusstest du übrigens, dass die südlichsten Inseln der Okinawa-Präfektur eine Abzweigung der japanischen Sprache sprechen, die niemand im Rest Japans versteht, und viele andere Gewohnheiten haben als im Rest Japans? Das moderne Tokio bewegt sich mehr in Richtung der westlichen Welt und zieht das ganze Land langsam mit sich.

Deutschland als Handelsland sieht hier Chancen und dank der jahrhundertealten Verbindung zwischen unseren Ländern ist hier auch die Möglichkeit dafür. So können deutsche Studenten einfach ein Studienvisum bekommen und an den weltberühmten Universitäten Japans wie der Waseda Business School oder Ritsumeikan Asia Pacific University studieren.

Sei daher als Student auch nicht ängstlich, den Schritt nach Japan zu machen, denn die japanischen Hochschulen und Universitäten werden dich mit offenen Armen empfangen. Vor allem weil wir Deutsche als eines der wenigen Länder der Welt seit Jahrhunderten Handel in Japan zu treiben wissen. Hierdurch sind wir bekannt bei selbst dem konservativsten Japaner.

Auf Japantastisch.de findest du noch viel mehr Einblicke über das Leben der Japaner und ihre Kultur. Denn Deutschland hat noch viel mehr gemeinsam mit dem heutigen Japan. Warte nicht zu lange, denn Japan verändert sich auf Kosten alter Traditionen und Kulturen.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet sich das Leben in Tokio von traditionellen japanischen Städten?

  • Tokio ist deutlich westlicher geprägt mit internationaler Küche, 24-Stunden-Geschäften und lockeren sozialen Normen. Städte wie Kyoto oder Kanazawa bewahren traditionelle Architektur, Handwerk und formellere Umgangsformen. Die Generationenkluft ist in Tokio weniger spürbar.

Verliert Japan durch die Modernisierung seine kulturelle Identität?

  • Japan balanciert Tradition und Moderne geschickt. Während sich Oberflächliches ändert, bleiben Kernwerte wie Respekt, Gruppenharmonie und Arbeitsmoral bestehen. Traditionelle Feste, Künste und Rituale werden aktiv gepflegt, oft mit modernen Elementen ergänzt.

Welche Rolle spielten europäische Länder bei Japans Öffnung?

  • Primär die Niederlande durch den Handel über Dejima (1641-1853). Andere europäische Mächte erhielten erst nach Commodore Perrys erzwungener Öffnung 1854 Zugang. Deutschland etablierte diplomatische Beziehungen 1861, deutlich später als dargestellt.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.

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