Eine Izakaya (居酒屋) ist ein informelles japanisches Etablissement, das als Kreuzung zwischen einem Café, einer Bar und einem Restaurant fungiert. Du könntest es eine Gastropub nennen. Es ist ein beliebter Ort, wo sich Menschen nach der Arbeit oder bei gesellschaftlichen Zusammenkünften treffen, um alkoholische Getränke wie Bier, Sake und Shochu zu genießen sowie eine Vielfalt kleiner Gerichte zum Teilen.
Was kannst du in einer japanischen Izakaya erwarten?

Izakayas sind im Allgemeinen gemütlich und informell, und die Atmosphäre ist meist lebhaft und entspannt. Gäste sitzen oft auf Tatami-Matten auf dem Boden oder auf niedrigen Stühlen an niedrigen Tischen, obwohl manche Izakayas auch westliche Sitzplätze anbieten.
Das Essen, das in Izakayas serviert wird, variiert stark, besteht aber meist aus einer Vielfalt kleiner, tapasähnlicher Gerichte, die dazu gedacht sind, von den Gästen geteilt zu werden. Häufige Izakaya-Gerichte sind Yakitori (gegrillte Hähnchenspieße), Sashimi, Edamame (junge Sojabohnen), Karaage (frittiertes Hähnchen), Gyoza (gebratene Dumplings), Tempura (frittiertes Gemüse und Meeresfrüchte) und Okonomiyaki (herzhafte Pfannkuchen).
Beim Bestellen in einer Izakaya ist es üblich, mit einem Getränk und einem kleinen Gericht wie Edamame oder einem Salat zu beginnen, gefolgt von verschiedenen anderen Gerichten, die nach und nach serviert und von der Gruppe geteilt werden. Izakayas bieten oft eine „Nomihoudai“ (飲み放題) Option an, was ein All-you-can-drink-Arrangement für eine bestimmte Zeit ist, meist zu einem festen Preis.
Izakayas sind ein wichtiger Teil der japanischen Esskultur und bieten eine einzigartige und authentische Erfahrung sowohl für Einheimische als auch für Touristen, die einen informellen und gemütlichen Ort zum Essen, Trinken und Entspannen suchen. Es ist ein typisch japanisches Restaurant, das auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern an Popularität gewinnt.

Woher kommt das Wort „Izakaya“?
Der Name „Izakaya“ (居酒屋) kommt von den japanischen Wörtern „i“ (居), was „verweilen“ oder „sein“ bedeutet, und „sake“ (酒), was „Alkohol“ bedeutet, mit dem Suffix „ya“ (屋), das „Laden“ oder „Etablissement“ bedeutet. Also bedeutet Izakaya wörtlich „ein Ort zum Verweilen und Alkohol trinken“ oder „Alkoholhaus“.
Der Ursprung der Izakaya geht zurück auf die Edo-Periode (1603-1868) in Japan, als Sake-Läden (Sakaya) begannen, Sitzplätze für Kunden anzubieten, um vor Ort Alkohol zu trinken und kleine Gerichte zu sich zu nehmen. Mit der Zeit entwickelten sich diese Orte zu dem, was heute als Izakayas bekannt ist, wo Menschen zusammenkommen können, um sich in einer informellen Umgebung zu entspannen, zu trinken und zu essen.
In welchen Vierteln von Tokyo findest du die schönsten Izakayas?

Tokyo hat eine große Anzahl von Izakayas über die ganze Stadt verteilt, aber es gibt einige Gebiete, wo du eine größere Konzentration von Izakayas finden kannst. Einige beliebte Gebiete sind:
- Shinjuku: Das Viertel Shinjuku, besonders rund um den Bahnhof Shinjuku und die kleinen Gassen von Omoide Yokocho (auch bekannt als Piss Alley) und Golden Gai, ist bekannt für seine zahlreichen Izakayas und andere Ess- und Trinkgelegenheiten.
- Shibuya: Rund um den belebten Bahnhof Shibuya findest du viele Izakayas, die von kleinen, traditionellen Etablissements bis zu größeren, moderneren Ketten reichen. Auch das nahegelegene Gebiet Ebisu hat eine Vielfalt an Izakayas.
- Roppongi: Roppongi ist ein beliebtes Ausgehviertel mit einer Mischung aus Izakayas, Bars und Nachtclubs, die sowohl Einheimische als auch ausländische Besucher anziehen.
- Asakusa: Das historische Viertel Asakusa ist bekannt für seine Tempel (Senso-ji) und traditionelle Atmosphäre und beherbergt auch eine Anzahl von Izakayas, wo du eine authentische japanische Esserfahrung genießen kannst.
- Ueno: Das Viertel Ueno, bekannt für seinen Park und seine Museen, hat auch viele Izakayas, besonders rund um den Bahnhof und in den Gassen von Ameya-Yokocho.
- Kichijoji: Das beliebte Wohnviertel Kichijoji hat eine lebendige Ess- und Trinkszene mit vielen Izakayas, besonders rund um den Bahnhof und in den Gassen von Harmonica Yokocho.
- Yurakucho/Ginza: Das Gebiet rund um die Bahnhöfe Yurakucho und Ginza beherbergt sowohl luxuriöse Restaurants als auch informellere Izakayas, von denen sich viele unter den Bahnlinien in den sogenannten „Gado-shita“-Gebieten befinden.
Häufig gestellte Fragen zu Izakayas:
Was ist der Unterschied zwischen einer Izakaya und einem normalen Restaurant?
- Izakayas sind informeller und fokussieren sich auf das gemeinsame Trinken und Teilen kleiner Gerichte. Anders als normale Restaurants haben sie eine Bar-Atmosphäre, servieren hauptsächlich Alkohol und die Speisen sind als Tapas-ähnliche Häppchen konzipiert, die zur Gruppe geteilt werden.
Wie viel kostet ein Besuch in einer Izakaya?
- Die Preise variieren je nach Lage und Qualität. In Tokyo kannst du mit etwa 2.000-4.000 Yen (15-30 Euro) pro Person für Essen und Trinken rechnen. Viele Izakayas bieten „Nomihoudai“ (All-you-can-drink) für 1.500-2.500 Yen zusätzlich an.
Welche Etikette sollte man in einer Izakaya beachten?
- Bestelle immer zuerst ein Getränk, bevor du Essen orderst. Teile die Gerichte mit der Gruppe und gieße anderen die Getränke ein, anstatt dir selbst einzuschenken. Ein lautes „Kanpai!“ (Prost!) zu Beginn ist üblich und erwünscht.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.