Japan ist das Land der besonderen Gadgets und in den Straßen Tokios ist die Nutzung von Smartphones nicht mehr wegzudenken. Mobile Geräte boomen und sind bei Japanern beliebt. Das siehst du beispielsweise gut bei einem Besuch in Akihabara, das viele Elektronikgeschäfte und andere Tech-Läden enthält. Nicht überraschend ist es dann auch, dass du in Tokio viele öffentliche WLAN-Spots antriffst. Praktisch für Touristen, aber mit der Nutzung sind Risiken verbunden.
Die Risiken von öffentlichem WLAN bezüglich Cybercrime

Nicht alle öffentlichen WLAN-Netzwerke sind per Definition unsicher in Japan, aber die offenen Netzwerke sind oft Favoriten bei Hackern, um Zugang zu deinem Internetverkehr zu erhalten und so Login-Daten, Kreditkartendaten, Passwörter oder E-Mails zu erbeuten. Auch können Hacker über schlecht gesicherte Verbindungen Malware (bösartige Software um beispielsweise Daten zu sammeln) auf deinen Geräten installieren. Das passiert oft, ohne dass du etwas davon merkst.
Es gibt sogar Hacker, die selbst ihre eigenen öffentlichen WLAN-Netzwerke aufbauen. Mit den gesammelten Daten können Hacker Identitätsbetrug begehen, beispielsweise durch Einloggen in deine Social Media oder die Nutzung deiner Zahlungsdaten für Bestellungen.
Vielleicht erinnerst du dich noch an den Skandal um das Mining von Kryptowährung über das öffentliche WLAN-Netzwerk von Starbucks? Das ist genau einer der Gründe, ein VPN zu verwenden.
Natürlich sind diese Situationen nicht überall in Japan alltäglich. Die Regierung tut genau wie in Deutschland alles daran, diese Form der Kriminalität zu bekämpfen. Jedoch bleibt es immer schwierig, Hacker von öffentlichen Netzwerken fernzuhalten, da es keine Raketenwissenschaft ist.
Diese VPNs empfehlen wir:
Remote arbeiten in Japan?
Remote Working wird immer beliebter und damit kommt auch der Fall Datendiebstahl immer häufiger vor. Viele Unternehmen arbeiten daher mit VPNs, um ihre Daten vor Online-Einbrüchen zu schützen. Du erkennst das vielleicht von deinem eigenen Arbeitgeber, der seit der Pandemie plötzlich ein VPN-Netzwerk eingerichtet hat, womit du Zugang zum Intranet oder zur Arbeits-E-Mail bekommst.
Risiken begrenzen und japanische Anime schauen mit einem VPN

Verbraucherorganisationen (wie Stiftung Warentest) und Online-Sicherheitsunternehmen empfehlen bei der Nutzung öffentlicher WLANs ein VPN zu verwenden. VPN steht für Virtual Private Network und sorgt dafür, dass deine Verbindung gesichert wird. Dein Internetverkehr läuft dann erst über einen Server, der deine Daten verschlüsselt, sodass Hacker nicht mehr rankommen. Du kannst dann wieder problemlos die vielen WLAN-Hotspots nutzen.
Außerdem hat die Nutzung eines VPNs heutzutage noch einen Nebennutzen. Nämlich die Privatsphäre des Internetnutzers zu schützen. Dadurch, dass das VPN eine Menge private Daten abschirmt wie beispielsweise deine IP-Adresse, macht es das schwierig bis unmöglich für Marketing-Giganten wie Google und Facebook, deinen Standort zu verfolgen. Es schafft eine sicherere Online-Umgebung, in der die Privatsphäre gewährleistet bleibt.
Eine andere praktische Eigenschaft eines VPNs ist, dass du deinen Aufenthaltsort virtuell anpassen kannst. So kannst du in Tokio eine Verbindung mit einem deutschen VPN-Server wählen. Das hat den Vorteil, dass du deutsche Apps nutzen kannst, die außerhalb der EU nicht funktionieren. So kannst du beispielsweise im Ausland deutsches Fernsehen über die App der ARD schauen. Außerdem schützt du wieder deine eigene Privatsphäre.

Ich nutze selbst immer ein VPN, um sicher online zu sein, aber hauptsächlich zum Schauen japanischer Anime auf Netflix, die (noch) nicht in Deutschland verfügbar sind. Du kannst dann das VPN auf Japan einstellen und alle Anime, die dort verfügbar sind, in Deutschland schauen. So kannst du beispielsweise alle Staffeln von My Hero Academia bereits sehen. Sehr cool! Beachte aber, nicht alle VPNs funktionieren mit Netflix, denn sie wollen natürlich nicht, dass jeder Inhalte aus anderen Ländern sehen kann.
Wir können dieses Setup auch empfehlen, wenn du ein Pocket-WiFi mit auf Tour in Japan nimmst. Das ist einfach eine zusätzliche Sicherung für all deine persönlichen Daten.
Wie bekommst du ein VPN?
Du kannst Apps von VPN-Anbietern auf die Geräte herunterladen, mit denen du ins Internet gehen willst. Für diese Apps brauchst du oft ein Abonnement. Diese Abonnements sind sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig verfügbar, teilweise abhängig davon, wofür du das VPN verwenden willst: willst du nur auf sichere Weise WLAN-Netzwerke besuchen oder das VPN auch zum Streamen deutsches Fernsehens und Netflix nutzen?
Sobald du eine Wahl für einen spezifischen Anbieter getroffen hast, kannst du innerhalb von fünf Minuten sicher ins WLAN.
Ein VPN kostet nur ein paar Euro pro Monat, bietet aber viel Seelenfrieden. Außerdem kannst du die App meist auf mehreren Geräten nutzen. (Beispielsweise: NordVPN unterstützt bis zu 10 Geräte pro Account, und SurfShark bietet sogar unbegrenzte Geräte mit einem Account.)
Häufig gestellte Fragen
Ist die Nutzung von VPNs in Japan legal?
- Ja, VPNs sind in Japan vollkommen legal zu nutzen. Viele japanische Unternehmen verwenden VPNs für ihre Geschäftstätigkeiten. Nur die Nutzung für illegale Aktivitäten wie Urheberrechtsverletzungen ist verboten, nicht das VPN selbst.
Welche kostenlosen VPN-Alternativen gibt es für Japan-Reisende?
- Kostenlose VPNs wie ProtonVPN oder Windscribe bieten begrenzte Datenvolumen, sind aber für gelegentliche Nutzung ausreichend. Beachte jedoch, dass kostenlose Anbieter oft langsamere Geschwindigkeiten und weniger Server-Standorte haben als kostenpflichtige Dienste.
Funktionieren deutsche VPNs zuverlässig mit japanischen Streaming-Diensten?
- Das variiert je nach Anbieter und Streaming-Dienst. Netflix und andere Plattformen blockieren aktiv VPN-Verbindungen. Premium-Anbieter wie NordVPN oder ExpressVPN haben meist bessere Erfolgsraten beim Umgehen dieser Sperren, aber es gibt keine Garantie.

Marco Logmans ist ein leidenschaftlicher Japan-Experte, der vor 20 Jahren zum ersten Mal Japan besuchte und dort sieben Jahre lebte und arbeitete. Mit viel Liebe für Japan teilt Marco gerne seine Erfahrungen und Eindrücke in seinen Artikeln.